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Archiv für das Jahr 2002

USA: Trotz Piraterie ein Spitzenjahr für Hollywood

Dienstag, 31. Dezember 2002

So wie es scheint können die Filmtauschbörsianer des Internets ein bisschen aufatmen. Neue Rekorde wurden bei der Zahl der Kinobesucher in den USA geschrieben, seit den 50er Jahren gingen die Menschen nicht mehr so oft ins Kino wie 2002. Ein neues Argument für die Nutzer der Tauschbörsen, die im Internet mit Filmen handeln. Ist der Schaden durch die Verbreitung im Netz wirklich so groß?

Als ein möglicher Grund für die 1,5 Milliarden Besucher des ausklingenden Jahres wird die Situation des amerikanischen Volkes genannt: Im Hinblick auf Terror und einen möglichen Krieg gegen den Irak, mag das Kino für einige eine Art Ablenkung sein. Auch die Fülle der Filmhits spielte in den Rekord mit hinein, Kassenschlager wie „Harry Potter“ und die zweiten Teile der Trilogien „Der Herr der Ringe“ und „Star Wars“ lockten die US-Amerikaner in die Kino-Säle.

Jack Valenti, der Präsident der Hollywood-Lobby-Vereinigung Motion Picture Association of America (MPAA) – sonst bekannt für harte Töne gegenüber der Internetpiraterie – interpretierte aus den Zahlen nur eine geringe Rolle für die illegale Netzverbreitung der Filme heraus. Eine Steigerung der Besucher von 10% im Gegensatz zum Vorjahr spricht wohl auch für sich – Gerade weil in diesem Jahr mehr und qualitativ bessere Filme denn je im Netz zu finden waren. In den Communities des Webs vermuten sogar viele User das Internet als einen Hauptgrund für die Zunahme der Besucher. Viele User sehen sich einen Film im Netz zumindest teilweise an, und besuchen ihn dann bei Interesse auch im Kino. Auch da bei manchen komprimierten Filmen die Bild- und vor allem Tonqualität (bei Filmen die noch nicht als deutsche DVD zu haben sind so gut wie nie in Dolby Digital – Ansprüche die so mancher User stellt) so schlecht ist, die Vorfreude auf den Film aber schon zu groß ist den Film nicht zu sehen, kann Hollywood von der Piraterie profitieren.

2002 geht zu Ende – Was bringt das Jahr 2003?

Montag, 30. Dezember 2002

Für viele Familien in Deutschland war das zuendegehende Jahr 2002 ein schweres Jahr. Schwächelnde Konjunktur, viele Firmenpleiten, und zu allem Überfluss die verheerende Flut, die vielenorts den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes jeglichen Boden unter den Füssen wegriss. Doch gleichzeitig gab es auch viele Lichtblicke, Solidarität, Menschen die anpacken, Menschen die den Mut nie sinken lassen und Menschen, die positiv in die Zukunft blicken. Dabei geht es oft um die Frage: Was wird sich finanziell im Jahr 2003 ändern? Geld ist nicht alles, und doch geht es nicht ohne. Hier ein kleiner Überblick:

Das schwere konjunkturelle Lage verschärft die Kosten, die man an den Bund abtreten muss. Die Rentenbeiträge steigen im neuen Jahr von 19,1% auf 19,5% für alle Gehaltsklassen unter 5100 Euro im Monat. Die beliebte Eigenheimzulage wird für Familien ohne Kinder gestrichen. Familien mit Kindern erhalten 1000 Euro Grundförderung und zusätzlich 800 Euro für jedes Kind. Die Beiträge für gesetzliche Krankenkassen steigen im neuen Jahr auf 14,4% des Bruttogehaltes. Jedem mit einem Monatesgehalt von über 3825 Euro steht es jedoch frei, die gesetzliche durch eine der vielen günstigeren Privatversicherungen einzutauschen. Grundsätzlich gilt im neuen wie im alten Jahr auch schon: Wer sich informiert, spart viel.

Reisen und Pendeln für Autofahrer bleibt teuer. Die nächste Stufe der Öko-Steuer wird weiter, wie vorgesehen, erhöht und macht das Benzin um weitere 3,68 Cent teurer. Auch die Dieselpreise steigen weiter, und das neue Tarifsystem der deutschen Bahn ist oft ein Dschungel ohne Wiederkehr. Dennoch lohnt es sich, die wichtigsten Änderungen zu nutzen: Frühbucher sparen bei der deutschen Bahn bis zu 55%. Bahnreisen für Familien wird zudem erheblich billiger. Eine echte Alternative für Mittel- und Langstrecken wird das Fliegen, auch und gerade für Normalverbraucher. Der Trend der sogenannten “Billig-Airlines” machts möglich: Die Airlines unterbieten sich gegenseitig und machen das Fliegen erschwinglich.

Auch die Nutzung eines Dienstwagens wird teurer. Die Besteuerung auf den Neuwert eines Dienstwagens wird auf 1,5% erhöht, um die Privatnutzung abzudecken. Bei einem 30.000-Euro-Wagen würde das eine monatliche Mehrbelastung von 150 Euro bedeuten. Die Strom- und Gaspreise steigen durch die neue Stufe der Öko-Steuer um weitere 0,3 Cent, was bei durchschnittlichem Verbrauch eine Mehrkostenbelastung von ungefähr 12 Euro pro jahr bedeutet, also zu verkraften. Zinsschlupflöcher gehören ab 2003 der Vergangenheit an, das Bankgeheimnis fällt, die Banken müssen jegliche Zinserträge dem Finanzamt melden. Das Telefonieren mit der deutschen Telekom wird ab Februar 2003 um 1 Euro teurer (Grundgebühr). Besonders Service-Leistungen werden erheblich kostenintensiver. Auch hier gilt: Nutzen Sie den freien Markt und suchen sie Alternativen bei der Konkurrenz (zB Arcor).

Die Kompensierung der astronomischen Flutschäden hat die Senkung der Lohnsteuer für 2003 zunichte gemacht, die Staatskassen sind leer. Die mögliche Wiederauflebung der Vermögenssteuer hat für viele keine Konsequenzen, besonders Familien mit Kindern steht ein Freibetrag von bis zu einer Millionen Mark zu, der nicht unter die Vermögenssteuer fällt. Auch das genutze Eigenheim fällt nicht unter diese Steuer. Es sind schwierige Zeiten, und doch sehen viele Fachleute aus Wirtschaft und Politik Licht am Horizont. Unterm Strich bleibt allen Menschen nur zu raten: Die schönen Dinge geniessen, und die schwierigen so entschlossen anpacken, wie es viele tapfere Menschen bei der Flutkatastrophe getan haben. In diesem Sinne schon jetzt ein fröhliches und erfolgreiches Jahr 2003.

Vampire – Vielfältig und geheimnissvoll

Freitag, 27. Dezember 2002

Blutsauger – dieser Begriff lässt sich vielfältig anwenden, sei es auf jene mystischen Wesen wie Graf Dracula, Nosferatu und die Blutgräfin Bathory, seien es Parasiten wie Zecken, Fledermäuse oder Blutegel oder die in der modernen Zeit immer häufiger auftretende Gattung der Kredithaie und Betrüger.

Den Unterschied zwischen Hirngespinst und Realität im Bezug auf Vampire klar und deutlich zu veranschaulichen, ist nicht einfach. Selbst der klassische Filmvampir Graf Dracula hat seinen Ursprung in einem realen Menschen, der wirklich gelebt hat: Vlad III., 1431 als Vlad Tepes in der Festungtsstadt Schäßburg in einem Gasthof als Sohn Vlad II. geboren und 1456 zum “Selbstherrscher, großer Vojevode und souveräner Herrscher und Herr aller Länder der ungarischen Walachei und der Gebiete jenseits der Gebirge”, Vlad III. gekürt.

Bis zu seiner Festnahme durch den ungarischen Königs Matthias Corvius im Jahre 1462 machte Vlad Tepes Dracul III. vor allem durch seine Blutrünstigkeit von sich Reden. So liess er Gesandten, die ihren Hut nicht vor ihm zogen, denselben auf ihrem Kopf festnageln, Zigeuner, Bettler und Diebe wurden grausam gefoltert und seine Kriegsgefangenen lies er pfählen. Letzteres brachte ihm übrigens erst den Beinamen Tepes – der Pfähler – ein. Dabei liess er die Unglücklichen mit dem Anus auf einen abgestumpften Pfahl setzen, welcher dann langsam durch den Darm in die Innereien rutschte. Ein qualvoller Tod, der sich durchaus über einige Tage hinziehen konnte. Der Mythos von Vlad Tepes als Graf Dracula, dem Vampir, entstand erst 1897, als Bram Stoker seinen Roman “Graf Dracula” veröffentlichte.

Neben Vlad Tepes III. gab es noch andere Menschen, von denen man zu Lebzeiten oder nach ihrem Ableben behauptete, sie seien Vampire gewesen. So zum Beispiel Peter Kürten, der von 1883 – 1931 lebte und schliesslich als “Vampir von Düsseldorf” bekannt wurde. Der Sohn eines Alkoholikers litt unter einem zwanghaften Blutdurst, den er an Tieren, später aber auch an Menschen befriedigte. Ungefähr 30 Morde verübte er, und war, wie viele Serienmörder, eher ein unauffälliger Mensch. Auch seine Frau ahnte nichts davon, dass er im Schutze der Nacht seine Opfer erwürgte und vergewaltigte, ihnen dann die Kehle aufschlitzte und ihr Blut trank. Bis er ihr alles gestand. Sie zeigte ihn an und Kürten wurde zum Tode verurteilt, das Urteil 1931 vollstreckt, ohne dass er Berufung eingelegt hätte.

Berichte über Vampire oder Vampirismus gibt es seit tausenden von Jahren und in allen Kulturen. Bei den Griechen fürchtete man sich vor den Lamien, auf Borneo vor den Dayaks, die Chinesen glaubten an Giang Shi und selbst die Inkaindianer kannten die »Canchus« oder »Pumapmicuc«. Die Seuchen, die im Mittelalter und auch noch im 18. und 19. Jahrhundert die Menschen heimsuchten, lieferten für die damalige Weltanschauung unwiderlegbare Beweise, dass Vampire ihr Unwesen trieben. Ihren Höhepunkt fand die Vampirhysterie im 18. Jahrhundert. Tausende von Gräbern wurden geöffnet, und oft fand man die zum Teil schon vor Wochen Beerdigten in bemerkenswert gutem Zustand. Zuvor auf dem Krankenbett ausgemergelte Körper eschienen wohlgenährt, mit runden Gesichtern und frischem Blut im Mund. Das Pfählen, enthaupten und verbrennen von Leichen sollte den Vampiren ein endgültiges Ende setzen, doch so manchen, der bei der Öffnung von Gräbern mithalf, ereilte das gleiche Schicksal. Lichtempfindlichkeit, Abneigung gegen starke Gerüche (wie Knoblauch!), Beklemmungen, “als ob mir jemand an den Halse geht” und unstillbarer Durst waren damals untrügliche Anzeichen, dass eine Person von einem Vampir angefallen worden war. All diese Symptome wurden jedoch von Seuchen wie Tuberkulose, Milzbrand, Tollwut oder Pest verursacht, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass Vampire letztendlich auch dafür verantwortlich gemacht wurden.

Doch es gibt noch eine weitere Krankheit, die einen Menschen scheinbar zum Vampir werden lässt: die Porphyrie. Die Porphyriekrankheit stört die Produktion des roten Blutfarbstoffes, auch genannt Hämoglobin. Ursachen hierfür können ein vererbter Gendefekt sein, aber auch eine Vergiftung mit Blei oder anderen Chemikalien. Die biochemischen Grundprodukte, die der Körper zur Herstellung des Hämoglobins braucht, reichern sich dadurch im Körper an, dabei kommt es zu unregelmässigen Bauchkrämpfen und Depressionen. Bei schweren oder unbehandelten Fällen können ausserdem Lippen und Gaumen schrumpfen, dadurch treten die Zähne hervor, die durch die Porphyrie blutrot belegt sind – so, als ob der “Vampir” gerade eben Blut getrunken hätte. Dialkalsufid verschlimmert im übrigen die Symptome sehr stark – dieser Stoff ist unter anderem in Knoblauch enthalten. Zu diesen Symptomen gesellt sich ausserdem eine extreme Lichtempfindlichkeit, die UV-Strahlung kann bei dieser Krankheit dazu führen, dass Nase und Finger verkrüppeln. Auch wird die Haut rissig und es entstehen offene Wunden, und schon ein kurzer Aufenthalt unter der Sonne kann zu schlimmen Sonnenbränden führen. Im Mittelalter rieten die Ärzte ihren vornehmlich adligen Patienten, die an diesen Symptomen litten, viel frisches Tierblut zu trinken…

Zur Verbreitung des Vampirmythos haben sicherlich auch die spanischen Conquistadores beigetragen, die aus Südamerika Berichte von blutsaugenden Fledermäusen mitbrachten. Dabei gibt es nur eine einzige Familie der Fledermäuse, die sich vom roten Lebenssaft ernährt, die Desmodontidae oder Desmodidae. Vorwiegend nachtaktiv, halten sich diese Tiere, wie die meisten Fledermausarten, tagsüber in Höhlen auf. Obwohl diese Tiere mit ihrem Blutdurst weder Mensch noch Tier direkt gefährden könnten (sie brauchen pro Nacht nur ca. ein Schnapsglas voll Blut), übertragen sie mit ihrem Biss gefährliche Krankheitserreger wie die Tollwut. Doch nicht nur Krankheitserreger finden sich in ihrem Speichel, sondern auch ein sehr wirksames Betäubungsmittel und ein Stoff, der die Blutgerinnung hemmt. Aber nicht nur Fledermäuse ernähren sich von Blut. Mücken, Zecken, Wanzen, Flöhe und viele andere Insekten haben sich auf die Blutsaugerei spezialisiert.

Einige Vampire haben es nicht auf Blut abgesehen, sondern auf Lebensenergie. Die sogenannten “Psychischen Vampire” ernähren sich von Gefühlen (Empathen), Lebensenergie (Psi-Vampire) oder Astralenergie (Astral-Vampire) der Menschen. Dabei üben sie keine körperliche Gewalt aus und brauchen sich zum Teil nicht einmal in der unmittelbaren Nähe ihrer Opfer aufzuhalten. Auch Psychoterror kann eine Form des Vampirismus sein, wenn nämlich der “Vampir”, in welcher Form auch immer, andere Menschen von sich abhängig macht. Das kann die Mutter sein, die ihren Sohn nicht loslassen will oder der Ehemann, der seine Frau nicht freigeben mag. Böse Zungen behaupten sogar, dass Steuern und sonstige staatlichen Abgaben ein Art Vampirismus ist, und Politiker nichts anderes sind als Vampire, die das Volk finanziell aussaugen.

Letztendlich wurden alle Beweise für Vampire widerlegt. Und doch – eine mondlose Nacht, ein düsterer Waldweg und ein knackender Zweig, schon erwartet man halb, dass eine hochgewachsene, in einen schwarzen Mantel gehüllte blasse Gestalt auftaucht und mit stechendem Blick zwei weisse Fangzähne freigibt. Denn, in letzter Konsequenz, gibt es immer noch keinen Beweis, dass es KEINE Vampire gibt…

Ich wünsche angenehme Träume.

Noch ist Zeit: Wie finde ich das richtige Geschenk?

Montag, 23. Dezember 2002

Haben Sie schon alle Geschenke für Weihnachten? Falls nicht, müssen Sie sich nicht schämen, denn Sie gehören zur grossen Gruppe der sogenannten Last-Minute-Käufer. Das kann verschiedene Gründe haben, entweder Ihnen hat bis jetzt die Zeit gefehlt, um sich darum zu kümmern, oder Sie brüten bis zuletzt über die Art des Geschenks, das Sie einem wichtigen Menschen schenken wollen. Was macht ein gutes Geschenk aus, und warum kauft und schenkt man so oft aneinander vorbei? Eine objektive Beurteilung ist schwer, denn jeder Mensch ist verschieden, und jede Beziehung ist es auch. Und doch hat der englische Psychologe David Lewis in Bezug auf das Beschenken untereinander interessante Dinge beobachtet, in denen viele sich wiederfinden werden.

Das Wichtigste sei, seinem Partner zuzuhören. Was banal klingt, ist beim Geschenke-Aussuchen dennoch keine Selbstverständlichkeit. Wer aufmerksam ist, erfährt in manchen Momenten von den Wünschen seines Partners, ohne das er sie explizit ausspricht. Die schönsten Geschenke seien die, die deutlich machen, das man dem Partner zuhört, seine Bedürfnisse kennt und die gemeinsame Zeit verinnerlicht hat. Deshalb messe sich ein Geschenk auch nicht an Grösse und Kosten, sondern an Bedeutung. Teure Geschenke wirken auf den Beschenkten verletzend und bringen ihn in eine unangenehme Situation, wie der Psychologe festgestellt hat. Ebenfalls schnell durchschaut: Gutscheine und Geldgeschenke. Hier stecke Bequemlichkeit und Lieblosigkeit dahinter. Denn das Schenken ist eine Geste, um eine Bindung zu festigen, nicht um seinen Partner zu beeindrucken. Zudem passiere es zu oft, dass man das schenken würde, was man selbst dem Partner anraten würde, und manchmal auch, was in erster Linie einem selbst gefällt.

Wichtig sei es zudem ebenfalls zu verstehen, dass der Wunsch nach einem Geschenk nicht nur der Wunsch nach Besitz ist, sondern, gerade in einer Beziehung, oft auch der Wunsch nach Zuneigung, Verständnis und manchmal einfach gemeinsamer Zeit. So ist es auch nicht verwunderlich, dass bei einer gross angelegten Umfrage der Firma Bauknecht zum Thema “Was wünschst du dir?” sowohl bei Männern als auch bei Frauen “Eine Reise” die meistgenannte Antwort war. Ein gutes Geschenk muss Sehnsüchte erfüllen. Was genau das ist, kann man unmöglich benennen, denn jeder setzt andere Schwerpunkte. Eines jedoch kann man mit Gewissheit sagen: Wer ein Geschenk aussucht, um jemanden glücklich machen zu wollen, und nicht um ihn zu befriedigen, der kann nicht viel falsch machen. Viel Erfolg beim Suchen und Finden und fröhliche Weihnachten.

Höflichkeit in New York: Handys teilweise verboten!

Freitag, 20. Dezember 2002

Ein Kino oder Konzert in dem kein Handy klingelt oder piept, in dem niemand irgendwo mit einem hell erleuchteten Gerät eine SMS schreibt oder gar telefoniert – Ein Szenario, dass in der heutigen Zeit schon bald undenkbar ist. Überall kommen Handys zum Einsatz, die Verbreitung ist fast schon beängstigend. Ob die Benutzung dieser Funktelefone auf öffentlichen Veranstaltungen gegenüber den anderen Besuchern aber auch höflich ist, diese Frage stellten sich vor kurzem die Stadträte New Yorks.

Und sie kamen bei ihrer Abstimmung zu einem Ergebnis von 40:9 Stimmen – gegen die Handys. Und somit wird in naher Zukunft in den öffentlichen New Yorker Einrichtungen wie Museen, Bibliotheken, Galerien oder auf Konzerten, Film-, Theater- und Tanzvorstellungen wohl kein Handy mehr zu finden sein. Lediglich auf Sportveranstaltungen und in Notfällen dürfen die Handys benutzt werden. Bei Missachtung dieser Gesetze droht eine Strafe von 50$, sogar nur das Klingeln ist verboten. Bürgermeister Michael Bloomberg versucht zwar zurzeit noch dies zu verhindern, durch die große Mehrheit im Stadtrat wird dies allerdings vermutlich fehlschlagen.

Bei der Frage wie diese Regelung durchgesetzt werden soll, appellieren die Väter des Gesetzes an den Menschenverstand und die Höflichkeit der Bürger. Die Mobilfunkindustrie und die 9 Stadträte, die dagegen gestimmt haben, fragen sich nun natürlich zu Recht wieso dann überhaupt ein Gesetz gebraucht wird. Ein „Gesetz zur Höflichkeit“ ist ja nun auch nicht gerade üblich.

Sensoren und Kameras – Die Autos der Zukunft

Dienstag, 17. Dezember 2002

Man drückt einen Knopf, lehnt sich zurück und das Auto parkt vollautomatisch ein – davon träumt fast jeder Fahrschüler und auch so mancher Ehemann, der seiner Frau das Auto zum Einkaufen überlassen hat und es dellenfrei zurückbekommen möchte. Doch dies ist nur ein kleiner Teil dessen, was die Autos der Zukunft mit Sicherheit bringen werden.

Durch die großen Fortschritte der digitalen Bildverarbeitungssysteme in der letzten Zeit, beginnen diese zunehmend für die Automobilindustrie interessant zu werden. Aufgaben, die vorher nur von einem Menschen und seinem hoch entwickelten Sehzentrum erfüllt werden konnten (Zum Vergleich: Das winzige Gehirn einer Stubenfliege ist durch das komplexe Sehzentrum stärker als jeder von Menschen gebaute Computer), kann man langsam aber sicher so zuverlässig von einem Computer erfüllen lassen, dass die „künstlichen Augen“ in einigen Jahren auch in einem so heiklen Anwendungsgebiet wie dem Straßenverkehr benutzt werden können.

Dabei sind die Vorteile schier unerschöpflich, da wo die Grenzen des Auges beginnen fängt der größte Nutzen der Bildverarbeitung an: Nachts und bei Nebel zum Beispiel. Wer hat noch nie einen Fahrradfahrer ohne Licht erst im letzten Moment gesehen? Eine Infrarotkamera könnte hier etliche Unfälle verhindern, indem sie dem Bordcomputer die Gefahr mitteilt und dieser dann beispielsweise einen Fahrradfahrer in den Nebel, auf die Strasse oder die Windschutzscheibe projizieren lässt – oder einfach nur piept.

Vorreiter beim Einsatz dieser Technologien ist mit Sicherheit Daimler Chrysler. Im Rahmen der auf der IAA Nutzfahrzeuge vorgestellten „Vision vom unfallfreien Fahren“ führen die Stuttgarter bei ihren Nutzfahrzeugen ein automatisches Spurhaltesystem für die Autobahn ein. Eine Kamera überwacht die Strasse und sobald ein Spurwechsel ohne Blinker stattfindet greift das System und simuliert das Nagelbandrattern, welches beispielsweise beim Abdriften auf den Seitenstreifen französischer Autobahnen entsteht. Bei einer (utopischen) perfekten Zuverlässigkeit des Systems, könnte das Fahrzeug hier auch automatisch den Lenkvorgang abbrechen bzw. korrigieren, bis dahin wird – sollte es je so weit kommen – jedoch noch einiges an Arbeit nötig sein.

BMW betreibt solche Forschungen ebenfalls seit einiger Zeit. Laut BamS observieren Kameras bei den Bayern auch den Fahrer und warnen ihn bei zunehmender Müdigkeit. Dabei sind der Wimpernschlag und Öffnungswinkel der Augen ausschlaggebend. Auch Porsche greift mit den elektronischen Helfern im neuen Cayenne zu den modernen Maßnahmen, beispielsweise der Einparkassistent, etc. kommen dort zum Einsatz.

Ganz gleich wie genau sich die Automobilhersteller in der Frage welche Technologien sie wo einsetzen entscheiden, durch die schnelleren Prozessoren und die leistungsfähigeren, kleineren und billigeren Kameras, wird Sicherheit in Zukunft wohl immer mehr eine Frage der Software werden. Und diese bleibt nach wie vor der Schwachpunkt an der ganzen Sache. In unvorhersehbaren Situationen würde auch diese versagen und womöglich eher Leben gefährden als retten, der Mensch wird jede Software mit Sicherheit noch lange unterstützen müssen. Mit denkenden Autos, die unfallfrei fahren, ist trotz der enormen Fortschritte daher nicht so bald zu rechnen.