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Archiv für das Jahr 2002

Arme Mailboxen – Spamflut nimmt weiter zu

Mittwoch, 04. Dezember 2002

Es ist die Katastrophe namens Spam, vor der es seit einiger Zeit für keinen User des Webs ein Entrinnen gibt. Die Flut ist schier überwältigend. Laut Studien des Marktforschungsinstituts Jupiter Research, landen jährlich 2200 der verbotenen Werbemails in den elektronischen Postkästen der Surfer. Und damit nicht genug, bis 2007 soll die Zahl auf 3600 angestiegen sein – eine beunruhigende Zahl, besonders wenn man neben dem Verbrauch an Anwendernerven auch die Traffic-Kosten berücksichtigt. Schon ein einziger Gästebucheintrag mit Angabe der Emailadresse reicht aus und nur wenige Tage später hat einer der nach Emailadressen schnüffelnden Suchrobots die Adresse an einen Spamverteiler geschickt, der sein Opfer nun hemmungslos mit koreanischen Kaffeemaschinenkaufangeboten und ähnlich sinnvollem Werbematerial versorgt.

Und guter Rat ist teuer bei der Lösung des Problems. Auch die intelligentesten Filterprogramme, mit denen die Programmierstuben auf die Plage reagierten, geraten an ihre Grenzen. Längst nicht aller Spam lässt sich von den gewünschten Mails trennen, ohne diese ebenfalls zu gefährden – und da das Filtern in den meisten Fällen auch erst auf dem Rechner des Opfers stattfindet, ist der meiste Traffic dort sowieso schon entstanden.

Die einzige Möglichkeit, die Experten sehen um den Wahn zu stoppen, ist das Versenden von Mails für die Spammer teurer zu machen, so dass einige der dubiosen Geschäftsleute sich den Versand nicht mehr leisten können oder es zumindest nicht mehr rentabel ist. Zurzeit ist es Jedermann möglich, von einem im Ausland stehenden, offenen SMTP-Relay etliche Mails zu verschicken – für deutsche Behörden nahezu anonym.

In Deutschland weisen die Massenmails den Leser meist in irgendeiner Form auf 0190 Nummern, sei es per unauffällig per Dialer oder leicht durchschaubar per Faxabruf, Sex-Hotline, etc. Damit aber lange nicht genug – denn der Profit, der aus den hinterlistigen und durchtriebenen Machenschaften der Initiatoren und ihrer Provider gezogen wird, kommt nicht etwa wohltätigen Zwecken zugute, im Gegenteil. Laut Recherchen der Computerzeitschrift c’t, die den Hintermännern der Abzocke auf die Finger schauen wollte, stecken hinter den über etliche Zwischenhändler und ausländische Deckadressen getarnten Mails in beachtlichem Maße Mitglieder der Neonazi-Szene. Auf einschlägigen Seiten und in rechten Clubs, wird das Verbreiten der Mails systematisiert und so selbst für den Dümmsten zum Kinderspiel. Mit härteren Gesetzen in Bezug auf 0190 Nummern und Spam könnte der Staat also vielleicht sogar 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen. Eine Reaktion, die beim täglichen Betrachten des Postfachs sehr wünschenswert erscheint.

Sie verdient am meisten in Hollywood: Julia Roberts

Dienstag, 03. Dezember 2002

Nur in einem Film war US-Star Julia Roberts im Jahr 2002 zu sehen, dennoch bleibt sie Hollywoods Megastar laut einer neuen Rangliste.

Alljährlich veröffentlicht das Fachblatt «Hollywood Reporter» eine Liste, in der es «100 mächtigsten Frauen Hollywoods» nennt. Platz eins ging an die Chefin von Paramount Pictures, Sherry Lansing. Platz zwei und drei sind ebenfalls Geschäftsfrauen: Stacey Snider, die Vorsitzende von Universal Pictures, sowie Amy Pascal, Vize-Chefin von Sony Pictures. Dich auch Prominente finden sich in der Rangliste. Die nach ihrer Gagenhöhe wichtigste Schauspielerin wurde zum wiederholten Mal Julia Roberts (Platz 12), die mit durchschnittlich 13 Millionen Dollar rechnen kann. In diesem Jahr trat sie zwar nur in Steven Soderberghs Satire «Full Frontal» auf, doch schon im kommenden Jahr dürfte sie mit Filmen wie «Mona Lisas Lächeln» noch mehr an den Kinokassen abräumen.

Gefolgt wird sie von Cameron Diaz (demnächst in «Gangs of New York»), ebenfalls geschätzte 13 Millionen Dollar. Auch in der Top Ten: Drew Barrymore, Jodie Foster und Reese Witherspoon. Sängerin Jennifer Lopez rückt mit geschätzten acht Millionen Dollar pro Rolle in der Liste der Superstars in der US-Filmmetropole nach oben. Schriftstellerin Joanne K. Rowling («Harry Potter»), Sängerin Madonna und Talkshow-Gastgeberin Oprah Winfrey wurden ebenfalls vom «Hollywood Reporter» berücksichtigt.

Der Weltaidstag – Den Opfern einer Seuche wird gedacht

Montag, 02. Dezember 2002

Fast so wie es seinerzeit die Pest tat breitet sich die Seuche Aids auf der Welt aus. Und ein Heilungsmittel a là Penicillin ist nicht in Sicht. Heute am 1. Dezember, dem Weltaidstag, gedachten Menschen auf der gesamten Welt den Opfern, die diese Krankheit bereits gefordert hat und denen, die sich Tag für Tag mit den Auswirkungen und Einschränkungen arrangieren müssen.

Neben dem Gedenken gibt es aber natürlich auch viele weitere Aktionen und Kampagnen, mit deren Hilfe die Zahl der Opfer und Infizierten gesenkt werden sollen. So ist in Afrika zum Beispiel schon seit längerem ein Mitglied der auch in Deutschland bekannten Kindersendung „Sesamstraße“ HIV-positiv, um die Kinder über die Krankheit und den Umgang mit ihr besser aufzuklären. Afrika ist auf der Topliste der erkrankten Länder mit traurigen 11% Infizierten in der Bevölkerung an erster Stelle. Aus diesem Grund fand dort auch erst kürzlich die M-TV Aids-Gala statt, die in Form eines Konzertes mit vielen Berühmtheiten wie P. Diddy, Alicia Keys und Usher Aufsehen erregte (lifego.de berichtete). Am Weltaidstag selber wurde den Opfern mit der Beisetzung von 17 Babys und Kleinkindern und einem Gedenkmarsch gedacht.

Besonderes Engagement zeigten an diesem Weltaidstag auch die Staaten China und Indien. In China sollen nach Angaben von BBC Tausende Freiwillige sowie Fernsehsender landesweit über die Krankheit und den Schutz davor aufklären. In China galt die Krankheit bisher als sehr verpönt, erst kürzlich, am 28. Dezember, durfte eine HIV-positive Frau auch von staatlicher Seite offiziell einen gesunden Mann heiraten. In Indien, genauer gesagt im Staat Orissa sollten die Menschen mit einem 6 Kilometer langen Band auf die Krankheit aufmerksam gemacht werden.

Der Terminator trägt die amerikanische Flagge

Samstag, 30. November 2002

Wenn es demnächst klingelt und Arnold Schwarzenegger steht vor Ihrer Tür, muss das nicht unbedingt ein Albtraum sein.
Die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA)rief in jüngster Zeit eine Ausschreibung für die Forschung an einen kognitiven System – besser bekannt als künstliche Intelligenz. So veranstaltet die DARPA 2004 einen Wettbewerb, bei dem unbemannte Robot-Vehikel eine 442 Kilometer lange Strecke zwischen Los Angeles und Las Vegas bewältigen müssen. Tricky: Das Ganze soll völlig ohne menschliche Hilfe stattfinden.
Was uns an Science Fiction Filme und futuristische PC-Spiele erinnert, ist zum Teil schon Wirklichkeit. Intelligente Raketen und ferngesteuerte, mit Hellfireraketen bestückte Kampfdrohnen, wie sie im Afghanistankrieg erstmals erfolgreich gegen die Taliban eingesetzt wurden, sind nur ein weiterer Schritt in Richtung Terminator.
Ein Ziel der Entwicklung soll es sein, in nicht allzu ferner Zukunft die Reihen der amerikanischen Soldaten mit synthetischen Kammeraden zu erstetzen. Ein Horrorszenario wird Wirklichkeit – kalte Maschinen richten Waffen auf den Menschen. Ein Team von Futuristen, Biologen, Autoren (!) und – wie könnte es anders sein – Militärexperten sollen gemeinsam das technisch Machbare ermitteln: “Der Objective Force Warrior (OFW) wird ein schrecklicher Krieger in einem unbesiegbaren Team sein, der als Erster sehen, als Erster verstehen, als Erster handeln und die Aktion zum Abschluss bringen kann.”
Ronald Brachman, seit kurzem Direktor der Abteilung für informationsverarbeitende Systeme bei der DARPA und verantwortlich für das Forschungsprojekt, KI-Wissenschaftler, stellt hohe Ansprüche an die Forschung: “Wir wollen über fundamentale, nicht über schrittweise Verbesserungen nachdenken: Wie können wir einen Quantensprung nach vorne machen?”.
Intelligente Raketen, die Ihr Ziel selbstständig aussuchen. Cyborgs, die binnen kürzester Zeit eine feindliche Armee umstellen und vernichten, verbunden über Satelit mit einem mächtigen Rechenzentrum.
Ein mulmiges Gefühl breitet sich im Magen bei dem Gedanken an eine solche Zukunft aus. Und es trägt nicht gerade dazu bei, dieses Gefühl zu verlieren, wenn Brachman sagt: “Wenn wir Erfolg haben, können wir die Welt auf tiefgreifende Weise verändern.”

Hasta la Vista, Baby…

C&A gibt der deutschen Mark noch eine Chance

Mittwoch, 27. November 2002

D-Mark Aktion bei C&A: Vom 30. November bis einschliesslich 7. Dezember 2002 wird C&A wieder die vom Euro abgelöste deutsche Währung akzeptieren.

Hintergrund ist der Erfolg einer ähnlichen Aktion in der Stadt Siegburg. Unter dem Motto “Schlafmünzen aufgepasst” konnten beim verkaufsoffenen Sonntag am 15.November 2002 die Kunden ihre letzten Märker an den Verkaufstheken loswerden. Die teilnehmenden Geschäfte sprachen laut einer Meldung auf der Siegburger Stadtwebsite von bis zu 10% mehr Umsatz.

Ausserdem wurde kurzfristig eine Umfrage bei Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von C&A durchgeführt. Diese ergab, dass viele noch über Restbargeld verfügen, weil es sich entweder für ein paar Mark Fuffzich nicht gelohnt habe, oder keine Zeit zum Umtausch mehr vorhanden war. So mancher Notgroschen wird sich wohl auch noch im Sparstrumpf wiedergefunden haben.

Rechtliche Konsequenzen, wie sie sich C&A in der ersten Woche der Euro-Umstellung mit Rabatten auf EC-Kartenzahlung eingefahren hat, will das Unternehmen diesmal vermeiden. So versicherte man sich, dass diese Aktion juristisch einwandfrei ist. “Es gibt darüber mehrere Gerichtsentscheide”, sagte ein Sprecher gegenüber der Netzeitung. Auch logistische Probleme will man umgehen, indem die alte Währung einfach als Fremdwährung wie US-Dollar oder Yen in den Kassen gespeichert wurde. Der offizielle Umrechnungskurs liegt bei 1,95583 D-Mark je Euro.

Auch die Kunden, die nur noch wenig Geld in D-Mark zur Verfügung haben, sollen nicht zu kurz kommen. “Bei der C&A Aktion ‘Auf Mark und Pfennig’”, erklärt Unternehmenssprecher Rolfes auf der offiziellen C&A-Website, “ist die kombinierte Bezahlung eines Artikels sowohl mit D-Mark, als auch mit Euro möglich. Und selbstverständlich entstehen für den Kunden keine Kosten.”

Laptop im Klassenzimmer: Erste Langzeitstudie veröffentlicht

Montag, 25. November 2002

Es ist wohl das, wovon im Moment noch viele Schüler träumen – Der Unterricht am Laptop. Nicht umsonst werden manche Lehrer von ihren Schülern geradezu bedrängt, die heutige Stunde im Internetraum zu verbringen, insgeheim natürlich nur um ein bisschen surfen können und dem eigentlichen Sinn der Schule – dem Lernen – zu entgehen. Die erste Langzeitstudie zu diesem Thema, durchgeführt im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, ergab nun jedoch, dass ein dauerhafter Unterricht mit dem Computer sich durchaus positiv auf das Lernen auswirkt.

Im Evangelisch Stiftischen Gymnasium Gütersloh startete im Februar 1999 das Projekt „Notebook-Klassen“, in dessen Rahmen die Schüler von jeweils drei der siebten Klassen jährlich einen tragbaren Computer erhielten und die Parallelklassen als Vergleichspersonen leer ausgingen. So wurde insgesamt 400 Schülern das technisch gestützte Lernen ermöglicht. Begleitet wurde der Versuch von Wissenschaftlern des „Center for Media Research“ an der Freien Universität Berlin.

Und die Studie lief für die kleinen elektrischen Helfer recht gut, es zeigten sich nach einiger Zeit eindeutige Verbesserung bei den Leistungen der Laptopklassen. Die Kooperation der Schüler lief besser, das Lernen war sowohl für Schüler als auch Lehrer interessanter und die Schüler setzten sich nach Meinung der Lehrkräfte auch mehr mit Texten und Informationen auseinander. Besonders gut waren die Ergebnisse in Deutsch und Mathematik, hier scheint der Laptop am sinnvollsten einsetzbar zu sein.

Auch die allgemeinen Erfahrungen und Kenntnisse im Umgang mit Computern, die in der heutigen Zeit und mit höchster Wahrscheinlichkeit auch in der Berufswelt der Zukunft fast schon wie Lesen und Schreiben erwartet werden, ließen kaum Wünsche offen. Waren in den Klassen ohne Laptop eindeutig die Jungs bei der Computerbedienung vorne, war das Verhältnis in den Laptopklassen am Ende weitgehend ausgeglichen.

Ob nun in einigen Jahren jeder Schüler einen staatlich finanzierten Laptop anstatt seiner Schultasche mit sich herumträgt ist wohl eher fraglich, man sollte aber – vor allem im Hinblick auf die miserablen Ergebnisse Deutschlands bei der vieldiskutierten Pisa-Studie – ernsthaft überlegen ob nicht zumindest eine Verbesserung in diese Richtung für die Zukunft von Vorteil wäre.