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Archiv für das Jahr 2004

TV zum Jahreswechsel: Viel Show und Wiederholungen

Freitag, 31. Dezember 2004

Es hatte ursprünglich einen Hauch von «Kampfprogrammierung» an sich, der jetzt durch die Umwidmung des ARD-«Silvesterstadls» zur Spenden-Gala fortgeweht ist. Am Silvestertag um 20.15 Uhr treten zeitgleich Volksmusik-Entertainer Karl Moik in der ARD und der populäre Geiger André Rieu mit seiner «Silvester-Gala» im ZDF auf.

Moik wirbt live aus Innsbruck fünf Stunden lang um Spenden für die Flutopfer in Asien, Rieu erklingt aus der Konserve – die Aufzeichnung war am 4. Dezember in Trier – und endet um 22.15 Uhr.

Die großen Privatsender geizen am selben Abend auch nicht mit prominenten Protagonisten in ihren Shows. RTL serviert gleichfalls um 20.15 Uhr im «7 Tage – 7 Köpfe Silvesterspecial 2004» einen Rückblick auf die Höhepunkte des zurück liegenden Jahres, unter anderem mit Gaby Köster, Jochen Busse, Bernd Stelter und Mike Krüger. Für Sat.1 lädt Ottfried Fischer zu «Ottis Wiesn Hits zu Silvester», ein «Gaudi Grand Prix», wie der Sender ankündigt, jedoch noch mit Bildern vom Oktoberfest. ProSieben bringt ein «TV Total Silvester Spezial» mit Stefan Raab, Michael Herbig und Rick Kavanian.

Konkurrenz liefern sich die Sender aber auch zu vorgerückter Stunde: Das Stichwort heißt «Hit». Das ZDF sendet um 22.20 Uhr «Das große Silvester-Hit-Festival» mit Dieter Thomas Heck, für Sat.1 steigt Hugo Egon Balder um 22.15 Uhr mit der Show «Die Hit Giganten – Party ohne Ende» in die Bütt. Und Ingolf Lück kredenzt, nicht passend zur Jahreszeit, bei ProSieben um 22.15 Uhr «Die 100 nervigsten Sommerhits». Die dritten ARD-Programme sind sich dagegen in einem Punkt einig: Zwischen 18.50 Uhr (WDR Fernsehen) und 19.25 Uhr (Südwest Fernsehen) startet auf allen Sendern der Klassiker «Der 90. Geburtstag» mit Freddie Frinton und May Warden.

RTL eröffnet am Neujahrstag das Sportjahr mit der Übertragung der Vierschanzentournee um 13.45 Uhr. Abends stehen fast ausschließlich Spielfilmwiederholungen auf dem Programm: Einzige Ausnahme unter den großen Sendern ist das ZDF, das um 20.15 Uhr «Das Traumschiff» in Richtung Oman auf die Reise schickt und anschließend die neue Romanverfilmung «Mein Mann und seine Mütter» bietet. In beiden Filmen spielt die als Telenovela-Protagonistin bekannt gewordene «Bianca», Tanja Wedhorn, eine wichtige Rolle. Die ARD sendet um 20.15 Uhr die Komödie «Meine Braut, ihr Vater und ich», RTL das Sandalen-Spektakel «Gladiator», Sat.1 das Melodram «Seite an Seite» und ProSieben die Satire «Die Truman Show».

Mehr Mut beweisen die Sender am 2. Januar, denn dann folgen auf vier der großen fünf Sender Filmpremieren: Die ARD schickt «Tatort»-Kommissar Bienzle (Dietz-Werner Steck) mit dem Fall «Bienzle und der Feuerteufel» ins Rennen. Das ZDF fährt mit dem Rosamunde-Pilcher- Melodram («Vermächtnis der Liebe») seine stärkste Waffe im Quotenkampf zu Jahresbeginn auf. Um eine Erstausstrahlung im Free-TV handelt es sich auch beim Science-fiction-Film «Planet der Affen» auf RTL um 20.15 Uhr sowie bei der ProSieben-Teeniefilm-Parodie «Nicht noch ein Teenie-Film!». Filmemacher Hendrik Hey gibt nach acht Jahren ProSieben am 2. Januar bereits um 19 Uhr mit der Sendung «Welt der Wunder» seinen Einstand bei RTL II.

Sat.1 feiert um 20.15 Uhr noch einmal «Das Wunder von Lengede» in einer kürzeren, zwei Stunden und 40 Minuten langen (brutto mit Werbung) Fassung – das Ende ist dasselbe wie beim Zweiteiler, der im November 2003 fast zehn Millionen Zuschauer vor die Bildschirme lockte.

Fernsehsender sammeln mit Spenden-Galas für Flutopfer

Freitag, 31. Dezember 2004

Mit Spenden-Galas wollen öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender die Hilfe für Opfer der Seebeben-Katastrophe in Asien beschleunigen. ARD und ORF wandelten ihre gemeinsame Live-Sendung «Silvesterstadl» kurzfristig zu einer Spenden-Gala um.

Das ZDF setzte für diesen Dienstag (4. Januar) eine Benefizsendung an. Das WDR-Fernsehen strahlt seine Silvesterparty aus der Kölnarena als Spenden-Gala aus. Sat.1 zog am Donnerstag seine ursprünglich für den 6. Januar geplante Benefiz-Gala auf den 3. Januar vor. In allen Sendungen, die in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen entstehen, können Zuschauer telefonisch spenden.

In der fünfstündigen ARD-Sendung aus der Olympiahalle in Innsbruck werden Karl Moik und seine Gäste am Freitagabend die Fernsehzuschauer zu Spenden für Hilfsorganisationen in der Krisenregion aufrufen, teilte die ARD mit. «Angesichts der mittlerweile befürchteten 100 000 Todesopfer am Indischen Ozean, darunter zahlreiche deutsche, österreichische und Schweizer Touristen, sind wir der Ansicht, dass der “Silvesterstadl” nicht in der ursprünglich geplanten Form stattfinden kann», erklärte der amtierende ARD-Programmdirektor Hartmann von der Tann. In der Sendung, die wie geplant um 20.15 Uhr nach der «Tagesschau» beginnt, wird neben anderen Stars auch Karel Gott zu Gast sein, der als Augenzeuge der Katastrophe von seinen persönlichen Eindrücken auf den Malediven berichtet.

«Wir wollen helfen – ein Herz für Kinder» heißt die 90-minütige ZDF-Benefizsendung am Dienstag um 20.15 Uhr. Johannes B. Kerner und Steffen Seibert moderieren das Live-Programm aus Berlin. Mit dabei sein werden unter anderen Hartmut Engler, Leadsänger der Gruppe Pur, Helmut Lotti, Die Toten Hosen und Jeanette Biedermann. In der Sendung sollen auch zurückgekehrte Familien und Experten zu Wort kommen. Vorgestellt werden die vielfältigen Aktionen der Hilfsorganisationen.

Sat.1 entschied am Donnerstag, die geplante Spenden-Gala um drei Tage vorzuverlegen. Nun moderiert Kai Pflaume bereits am Montag um 20.15 Uhr die Live-Sendung aus Berlin. Zur Begründung erklärte der Sender, dass der Bereitstellung der Spendengelder noch die Beschaffung der dringend benötigten Hilfsgüter folgen müsse «und gleichzeitig vor Ort jede Stunde zählt».

Das WDR-Fernsehen sendet am Silvesterabend (20.15 bis 01.30 Uhr) eine Benefiz-Gala mit den Bläck Fööss live aus der Kölnarena. Die ursprünglich vorgesehene Silvesterparty werde mit Rücksicht auf die Flutkatastrophe in Asien als Spenden-Gala ausgestrahlt, teilte der Westdeutsche Rundfunk am Donnerstag mit. Auch hier nehmen Prominente die Anrufe entgegen. Der WDR verzichtet auf die Übertragung des traditionellen Kölner Silvesterfeuerwerks. Stattdessen werde der «dicke Pitter», die größte Glocke des Kölner Doms, das Neue Jahr einläuten.

Ebenfalls wegen der Flutkatastrophe in Asien wird der EKD- Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber am 1. Januar kurzfristig das «Wort zum Sonntag» in der ARD sprechen. Das teilte der Rundfunkbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bernd Merz, am Donnerstag in Hannover mit.

Vorbereitungen für «Silvester in Berlin» auf Hochtouren

Mittwoch, 29. Dezember 2004

Die Vorbereitungen für Deutschlands größte Silvester-Party laufen in Berlin auf Hochtouren. «Seit Dienstagfrüh werden Bühnen und Zelte aufgebaut», sagte Rainer Wohltat, Produzent der Veranstaltung, der dpa. Die 2,3 Kilometer lange Festmeile vom Brandenburger Tor über die Straße des 17. Juni bis zur Siegessäule ist bereits für den Autoverkehr gesperrt. Zur Open-Air-Party werden laut Veranstalter rund eine Million Menschen erwartet.

Jetzt errichten rund 800 Arbeiter die Attraktionen, zu denen auch die traditionelle Eisbar und ein Riesenrad gehören. Um Mitternacht ist ein großes Feuerwerk geplant. Die vier Bühnen, acht Zelte und die Absperrzäune sollen bereits am Mittwoch fertig aufgebaut sein, damit dann Feuerwerker, Licht- und Tontechniker mit ihren Vorbereitungen beginnen können.

«Bis jetzt liegen wir genau im Plan», sagte Wohltat, der den Aufbau der Veranstaltung bereits zum zehnten Mal leitet. Schon einen Tag vor Silvester sollen Besucher mit dem Riesenrad durch die Luft schweben können. Auch die Eisbar am Brandenburger Tor bietet schon ab Donnerstag 11.00 Uhr Glühwein und Sekt. Zur Eröffnung der 15 Meter langen und 40 Tonnen schweren Eisbar wird auch Schauspieler und Unicef-Unterstützer André Eisermann erwartet.

Die Kinderhilfsorganisation ist in diesem Jahr Charity-Partner der Feier, bei der Geld für hilfsbedürftige Jungen und Mädchen gesammelt werden solle. Laut Wohltat soll es wegen der Flutkatastrophe in Südasien mit tausenden von Toten noch Änderungen im Programm geben. Einzelheiten wurden aber noch nicht genannt.

Ein bisschen Spaß muss sein: Die etwas anderen guten Vorsätze

Dienstag, 28. Dezember 2004

Seinen Mitmenschen macht man mit folgenden „guten Vorsätzen“ vielleicht (k)eine Freude – aber irgendwann muss man erkennen, dass Sprüche wie „In diesem Jahr werde ich endlich das Rauchen aufgeben…5 Kilo abnehmen…mehr Sport machen…mehr ins Theater gehen…weniger streiten…“ ungefähr fünf Minuten lang eingehalten werden. Also sollte man gute Vorsätze haben, die sich schnell in die Tat umsetzen lassen, deren Resultat man gleich sieht und die auch noch Spaß machen!

-Für den Nachbar, der sich ständig über einen beim Vermieter beschwert, bei der GEZ anrufen.
-Die Zeugen Jehovas, die einen am freien Tag grundsätzlich um 8 Uhr morgens aus dem Bett klingeln, in die Wohnung lassen und überzeugend einen Satanisten vorspielen.
-Zu einem Weight Watchers-Treffen gehen und dort genüsslich eine Sahnetorte mampfen.
-Dem verhassten Kollegen netterweise seinen Bildschirmschonerspruch neu einstellen: „Ich hasse meinen Chef“ macht sich immer gut.
-An der Supermarktkasse zur Hauptbetriebszeit den 35-Euro-Betrag in Cent-Münzen bezahlen.

«Spiderman» erklimmt höchstes Gebäude der Welt

Sonntag, 26. Dezember 2004

Der französische «Spiderman» Alain Robert hat am Samstag das mit 508 Metern höchste Gebäude der Welt in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh erklommen. «Meine Kletteraktion am “Taipeh 101″ ist mein Weihnachtsgeschenk an die Menschen in Taiwan», sagte der 42-Jährige.

Das nach seiner Stockwerkzahl «Taipeh 101» genannte Hochhaus mit Büros und Geschäften soll am 31. Dezember offiziell eröffnet werden. Der frühere Schluchtenkletterer Robert hat bereits rund 50 Türme und Hochhäuser von Malaysia bis New York bezwungen, darunter den Eiffelturm in Paris, den Sears Tower in Chicago, das Opernhaus in Sydney und die Petronas Towers in Kuala Lumpur.

Tausende Menschen schauten dem exzentrischen Europäer zu, als er in vier Stunden die Westfassade emporstieg. Nur einmal, in Höhe des achten Stockwerks, legte er eine kurze Pause ein. Dann ging es weiter, zeitweise verschwand der Kletterer hinter Nebelschleiern. Vom Dach warf Robert der Menge Kusshände zu. Dann setzte er eine Flagge und machte sich an den Abstieg – diesmal im Fahrstuhl des Wolkenkratzers. Unten wurde er mit donnerndem Applaus empfangen.

Juli schwimmen auf einer Erfolgswelle

Sonntag, 26. Dezember 2004

Musik aus Deutschland boomt wie verrückt: Zu den jungen Bands der Stunde gehören auch Juli, die von ihrem Debüt-Album «Es ist Juli», das derzeit auf Platz drei der deutschen Charts platziert ist, bereits 300 000 Einheiten verkauft haben. Dafür gab es jetzt für die Gießener Truppe um Sängerin Eva Briegel eine Platin-Auszeichnung.

Platin passt perfekt zu Gold, das Juli außerdem für ihre erste Single «Pefekte Welle» bekommen haben. 2005 kann also kommen. Juli-Fans dürfen sich schon jetzt auf die Februar-Tour und eine dritte Single freuen. Ein neues Album ist bereits in Planung.