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Archiv für das Jahr 2004

Vorbereitungen für «Silvester in Berlin» auf Hochtouren

Mittwoch, 29. Dezember 2004

Die Vorbereitungen für Deutschlands größte Silvester-Party laufen in Berlin auf Hochtouren. «Seit Dienstagfrüh werden Bühnen und Zelte aufgebaut», sagte Rainer Wohltat, Produzent der Veranstaltung, der dpa. Die 2,3 Kilometer lange Festmeile vom Brandenburger Tor über die Straße des 17. Juni bis zur Siegessäule ist bereits für den Autoverkehr gesperrt. Zur Open-Air-Party werden laut Veranstalter rund eine Million Menschen erwartet.

Jetzt errichten rund 800 Arbeiter die Attraktionen, zu denen auch die traditionelle Eisbar und ein Riesenrad gehören. Um Mitternacht ist ein großes Feuerwerk geplant. Die vier Bühnen, acht Zelte und die Absperrzäune sollen bereits am Mittwoch fertig aufgebaut sein, damit dann Feuerwerker, Licht- und Tontechniker mit ihren Vorbereitungen beginnen können.

«Bis jetzt liegen wir genau im Plan», sagte Wohltat, der den Aufbau der Veranstaltung bereits zum zehnten Mal leitet. Schon einen Tag vor Silvester sollen Besucher mit dem Riesenrad durch die Luft schweben können. Auch die Eisbar am Brandenburger Tor bietet schon ab Donnerstag 11.00 Uhr Glühwein und Sekt. Zur Eröffnung der 15 Meter langen und 40 Tonnen schweren Eisbar wird auch Schauspieler und Unicef-Unterstützer André Eisermann erwartet.

Die Kinderhilfsorganisation ist in diesem Jahr Charity-Partner der Feier, bei der Geld für hilfsbedürftige Jungen und Mädchen gesammelt werden solle. Laut Wohltat soll es wegen der Flutkatastrophe in Südasien mit tausenden von Toten noch Änderungen im Programm geben. Einzelheiten wurden aber noch nicht genannt.

Ein bisschen Spaß muss sein: Die etwas anderen guten Vorsätze

Dienstag, 28. Dezember 2004

Seinen Mitmenschen macht man mit folgenden „guten Vorsätzen“ vielleicht (k)eine Freude – aber irgendwann muss man erkennen, dass Sprüche wie „In diesem Jahr werde ich endlich das Rauchen aufgeben…5 Kilo abnehmen…mehr Sport machen…mehr ins Theater gehen…weniger streiten…“ ungefähr fünf Minuten lang eingehalten werden. Also sollte man gute Vorsätze haben, die sich schnell in die Tat umsetzen lassen, deren Resultat man gleich sieht und die auch noch Spaß machen!

-Für den Nachbar, der sich ständig über einen beim Vermieter beschwert, bei der GEZ anrufen.
-Die Zeugen Jehovas, die einen am freien Tag grundsätzlich um 8 Uhr morgens aus dem Bett klingeln, in die Wohnung lassen und überzeugend einen Satanisten vorspielen.
-Zu einem Weight Watchers-Treffen gehen und dort genüsslich eine Sahnetorte mampfen.
-Dem verhassten Kollegen netterweise seinen Bildschirmschonerspruch neu einstellen: „Ich hasse meinen Chef“ macht sich immer gut.
-An der Supermarktkasse zur Hauptbetriebszeit den 35-Euro-Betrag in Cent-Münzen bezahlen.

«Spiderman» erklimmt höchstes Gebäude der Welt

Sonntag, 26. Dezember 2004

Der französische «Spiderman» Alain Robert hat am Samstag das mit 508 Metern höchste Gebäude der Welt in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh erklommen. «Meine Kletteraktion am “Taipeh 101″ ist mein Weihnachtsgeschenk an die Menschen in Taiwan», sagte der 42-Jährige.

Das nach seiner Stockwerkzahl «Taipeh 101» genannte Hochhaus mit Büros und Geschäften soll am 31. Dezember offiziell eröffnet werden. Der frühere Schluchtenkletterer Robert hat bereits rund 50 Türme und Hochhäuser von Malaysia bis New York bezwungen, darunter den Eiffelturm in Paris, den Sears Tower in Chicago, das Opernhaus in Sydney und die Petronas Towers in Kuala Lumpur.

Tausende Menschen schauten dem exzentrischen Europäer zu, als er in vier Stunden die Westfassade emporstieg. Nur einmal, in Höhe des achten Stockwerks, legte er eine kurze Pause ein. Dann ging es weiter, zeitweise verschwand der Kletterer hinter Nebelschleiern. Vom Dach warf Robert der Menge Kusshände zu. Dann setzte er eine Flagge und machte sich an den Abstieg – diesmal im Fahrstuhl des Wolkenkratzers. Unten wurde er mit donnerndem Applaus empfangen.

Juli schwimmen auf einer Erfolgswelle

Sonntag, 26. Dezember 2004

Musik aus Deutschland boomt wie verrückt: Zu den jungen Bands der Stunde gehören auch Juli, die von ihrem Debüt-Album «Es ist Juli», das derzeit auf Platz drei der deutschen Charts platziert ist, bereits 300 000 Einheiten verkauft haben. Dafür gab es jetzt für die Gießener Truppe um Sängerin Eva Briegel eine Platin-Auszeichnung.

Platin passt perfekt zu Gold, das Juli außerdem für ihre erste Single «Pefekte Welle» bekommen haben. 2005 kann also kommen. Juli-Fans dürfen sich schon jetzt auf die Februar-Tour und eine dritte Single freuen. Ein neues Album ist bereits in Planung.

Schnell, schnell: Geschenke in letzter Minute für Sie und Ihn

Montag, 20. Dezember 2004

Den Gang in die Parfümerie sollten sich Männer dieses Jahr sparen, denn Verlegenheitsgeschenke dieser Art mag keine Frau. Und er hat wiederum genügend Krawatten, Unterhosen und Tchibo-Schreibtischsets: Finger weg davon! Wer in letzter Minute noch nach Geschenken sucht, kann sich entweder mit den Massen in den Fußgängerzonen mit treiben lassen und wahllos einkaufen, oder sich einmal etwas Originelles einfallen lassen: Wie wäre es mit einem Gutschein! Zugegeben, der Gutschein an sich ist ja nichts Ausgefallenes und eigentlich DAS Verlegenheitsgeschenk schlechthin. Kommt aber ganz darauf an, für was der Gutschein ist! Alles, was Mann schon mal als Kind machen wollte, wird ihm heute erfüllt: Welcher Mann wollte als kleine Junge nicht Baggerfahrer werden? Kein Problem, eine Stunde Baggerfahrt 79 Euro! Er wollte schon immer das außergewöhnliche Feeling im Eiskanal genießen? Dann schenkt man ihm eine Rennbob-Mitfahrt für 89 Euro. Und wenn er sich einmal in Michael Schumacher hineinversetzen will? Dann braucht er die Ferrari-Rundfahrt für 79 Euro! Anbieter dieser ausgefallenen Geschenkideen ist u.a. Jochen Schweizer Events.
Und die Frauen? Für das schöne Geschlecht steht dieses Jahr Wellness hoch im Kurs. Allerdings ist Fingerspitzengefühl gefragt: Wenn der Angetraute mit den trockenen Worten: „Ich dachte, du hast es nötig…“ seiner Liebsten einen Gutschein für einen Aufenthalt auf einer Tagesschönheitsfarm überreicht, ist Zoff vorprogrammiert! Also Männer: Nicht immer mit dem Holzhammer, sondern nach dem Motto: „Schatz, du kümmerst dich das ganze Jahr um den Haushalt, um mich, die Kinder…du sollst dir auch mal was gönnen!“ Ein mehrstündiger Aufenthalt in einem türkischen Bad, einem sogenannten Hamam, das es in jeder größeren deutschen Stadt gibt, kommt bestimmt gut an. Eine Massage eines professionellen Kosmetikinstituts wird von Frauen gern genommen, diese Institute bieten auch Verwöhntage mit allem drum und dran an.

„Time“ kürt George W. Bush zur „Person of the Year 2004“

Sonntag, 19. Dezember 2004

„Ein Präsident, ein Terrorist, ein Filmemacher – oder eine Person, die sie niemals erwartet hätten“ – so wurde in einem Fernsehspot im amerikanischen Nachrichtensender CNN auf die alljährlich vom „Time“-Magazin vergebene Würdigung „Person of the Year“ (früher: „Man of the Year“) hingefiebert. Ganz so überraschend war das Ergebnis dann aber doch nicht: US-Präsident George W. Bush wurde nach seinem erneuten Wahlsieg als „amerikanischer Revolutionär“ zur „Person of the Year 2004“ gekürt.

Damit folgt das „Time“-Magazin einer kleinen Tradition, immerhin wurde Bush auch nach seinem ersten Wahlsieg zur „Person of the Year 2000“ gewählt und wird damit erneut das Cover des Heftes zieren. Auch sein Vater konnte sich den Titel im Jahre 1990 sichern. Zur Begründung gab Jim Kelly, der Herausgeber von „Time“, an, dass Bush zwar Höhen und Tiefen durchwandern musste, seiner Politik dabei aber immer treu geblieben sei und das amerikanische Volk dadurch für seine Wiederwahl gewinnen konnte. Vergangenes Jahr war die „Person des Jahres“ übrigens ein namenloser Soldat, stellvertretend für seine Mitstreiter im Irak. In diesem Jahr standen unter anderem auch der erklärte Bush-Gegner Michael Moore und Mel Gibson zur Auswahl.

Ziel des vom Magazin vergebenen Titels ist es, diejenigen auszuzeichnen, die die Welt im entsprechenden Jahr maßgeblich verändert haben. Doch die seit 1927 vergebene „Ehrenbezeichnung“ stand schon des Öfteren in der Kritik, wurde immerhin auch Adolf Hitler zum „Man of the Year 1938“ ernannt. Auch Joseph Stalin wurde diese Würde zweimal zuteil, einmal 1939 und ein zweites Mal 1942. Doch wie Bush haben auch diese beiden die Welt verändert, wenn auch nicht zum Guten. „Ein Präsident, ein Terrorist, ein Filmemacher“ – George W. Bush vereinigt wohl mehr als nur eine dieser Bezeichnungen in seiner Person…