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Archiv für das Jahr 2004

Größte Silvesterparty der Welt in Berlin

Sonntag, 19. Dezember 2004

Zum zehnten Mal wird eine der größten Silvesterpartys der Welt in Berlin am Brandenburger Tor gefeiert. Wie in den vergangenen Jahren werden viele hunderttausend Besucher aus ganz Deutschland und dem Ausland erwartet.

Die Veranstalter sprachen sogar von einer Million feiernder Gäste. Der Durchgang durch das Brandenburger Tor und der Platz vor dem Berliner Wahrzeichen ist allerdings wegen Bauarbeiten gesperrt. Auf den Bühnen treten unter anderem Sidney Youngblood und die Hermes House Band auf.

Kurz vor Mitternacht gibt es eine Musik- und Feuerwerkshow an der Siegessäule. Dabei sollen unter anderem Sonnen und Vulkane aus Feuer den Platz beleuchten, teilten die Veranstalter von der Silvester in Berlin GmbH mit. Zum Jahreswechsel wird ein 11-minütiges Feuerwerk mit 1800 Feuerwerkskörpern den Himmel über Berlin erstrahlen lassen. Das Fest soll laut Veranstalter eine Million Euro kosten, die Summe werde von Sponsoren aufgebracht.

Rekordeinsatz treibt Jackpot über 26 Millionen Euro

Mittwoch, 15. Dezember 2004

Der mit mehr als 26 Millionen Euro höchste Lotto-Jackpot aller Zeiten hat neue Meilensteine gesetzt. Nach einer ersten vorläufigen Auswertung der federführenden Land Brandenburg Lotto GmbH haben die Tipper am Mittwoch die Rekordsumme von ungefähr 90 Millionen Euro eingesetzt.

Dies entspreche einer Verdopplung des Einsatzes gegenüber dem Mittwoch der Vorwoche. Damit stehen in der Gewinnklasse 1 nun knapp über 26 Millionen Euro zur Verfügung. Bislang war die Lotto GmbH von rund 25 Millionen Euro ausgegangen.

«Es ist ein richtiges Goldrausch-Feeling. Alle jagen den Jackpot», sagte ein Sprecher von Nordwest Lotto in Hamburg am Mittwoch. Angelockt durch den möglichen Rekord-Gewinn zog es die Menschen vor der Ziehung am Mittwochabend erneut scharenweise in die Lotto- Annahmestellen. Dort wurden zeitweise sogar die Spielscheine knapp. Ob der Jackpot mit den Gewinnzahlen 6 – 13 – 19 – 34 – 45 – 48, Superzahl 9, dieses Mal geknackt wurde, sollte jedoch erst am Donnerstagmorgen feststehen.

«Wir rechnen mit einem Plus bei den Spieleinsätzen von rund 50 Prozent», teilte die federführende Land Brandenburg Lotto GmbH am Mittwochnachmittag der dpa in Potsdam mit. Vor einer Woche hatten die Umsätze bei 45 Millionen Euro gelegen, im Durchschnitt sind es am Mittwoch nur 27 Millionen. Auch aus den Nachbarländern reisten die Glückssucher an. «Der Wunsch, die Millionen in der Tasche zu haben, ist eben unabhängig von der Nationalität», hieß es an der deutsch- polnischen Grenze in Frankfurt/Oder.

Das Weihnachtsgeschäft und strahlender Sonnenschein in vielen Regionen heizten den Ansturm weiter an. Die Lotto-Gesellschaften rechneten mit 11 Millionen Spielaufträgen, nach 7,5 Millionen vor einer Woche. Niemand ließ sich offenbar von der Tatsache schrecken, dass die Chancen auf den Hauptgewinn nur bei eins zu 140 Millionen lagen. Beim höchsten Jackpot aller Zeiten gaben diesmal auch viele einen Tipp ab, die sonst nicht Lotto spielen. «Der Beratungsbedarf ist sehr hoch», hieß es bei der Bremer Toto und Lotto GmbH. «Der Jackpot lockt viele Leute, die zuletzt als Kind für Opa den Schein ausgefüllt haben.»

Bis Donnerstagmorgen müssten die eingehenden Zahlen technisch geprüft werden, sagte eine Lotto-Sprecherin in Potsdam. «Sicherheit geht vor Schnelligkeit.» Viele Annahmestellen bereiteten sich schon einmal auf weiteren Ansturm am Wochenende vor. «Ruh dich aus, wer weiß, wie es am Samstag wird», rief eine Mitarbeiterin ihrer Kollegin in Münster zu. Viele rechneten damit, dass die Jagd auf den Jackpot weiter geht. Allerdings: Spätestens nach sieben Wochen oder 14 Ziehungen am 8. Januar ist Schluss: Dann wird der Jackpot, der bis dahin auf 40 Millionen Euro angewachsen sein könnte, der nächst niedrigeren Gewinnklasse zugeschlagen.

Bislang ließen sich die Tipper nicht von ihren Gewohnheiten abbringen. «Der Mittwoch erreicht trotz Jackpots nicht die Umsätze vom Samstag», sagte ein Sprecher von WestLotto in Münster. Dies sei umso überraschender, als in der Vergangenheit viele besonders prall gefüllte Jackpots bei einer Mittwochs-Ziehung geknackt worden seien. So hatten die Tipper vor der letzten Samstagziehung bundesweit rund 112,3 Millionen Euro eingesetzt.

Nach Auskunft der Lotto GmbH in Brandenburg gab es in diesem Jahr bislang 61 Lotto-Millionäre. Inklusive Spiel 77, Toto und Glücksspirale seien es sogar 94. «Im gesamten Jahr 2003 wurden allein durch Lotto 6 aus 49 exakt 72 Menschen zu Millionären», sagte eine Sprecherin. Der aktuelle Jackpot sei der siebte in diesem Jahr, der über der 10-Millionen-Euro-Grenze liegt.

Das Bier: …und es macht doch dick!

Dienstag, 14. Dezember 2004

Über Bier lässt sich trefflich streiten. Welches nun das Beste sein möge, wer wie viel verträgt, und ob man es nun aus der Flasche oder dem Glas trinken sollte, und bei welcher Temperatur. Und als sei dies noch nicht genug, hört und ließt man seit neuestem gar von heilenden Wirkungen, und vor allem von einem scheinbar fehlerhaften Attribut, was dem Bier in all seinem Glanz anhaftet: Dass es dick macht. Selbst ernannte Experten sprechen mit geballtem Halbwissen vom Bier als „einem der kalorienärmsten Getränke“ und als sei der allseits bekannte „Bierbauch“ noch nicht Beweis genug, auch noch vom problem- und sorglosen Genuss. Mit diesem albernen Versuch, eine ernährungswissenschaftlichen Gewissheit zu verneinen, soll hier aufgeräumt werden.

Zunächst sollte man sich bewusst sein, dass der regelmäßige sowie übermäßige Konsum von Bier durch die abhängig machende Wirkung des Alkohols mit Vorsicht zu genießen ist. Diese Thematik soll hier jedoch nicht weiter behandelt werden. Bier als Dickmacher zu bezeichnen, ist generell, und vor allem vor dem Hintergrund der Menge, welche in Deutschland pro Kopf konsumiert wird, absolut gerechtfertigt. Das Bier an sich hat, abgesehen von geringen Unterschieden die Brautechnik und den Alkoholgehalt betreffend, im Durchschnitt etwa 470 kcal pro Liter. Da ein gesunder Mensch pro Tag im Durchschnitt nicht mehr als 2500 kcal benötigt, ist dies schon nicht wenig.

Die immer geläufiger werdende Behauptung, abgesehen von Tee, Kaffee und Mineralwasser sei Bier das kalorienärmste Getränk, ist großer Unfug. Die meisten Fruchtsäfte haben pro Liter etwa dieselbe Anzahl an Kalorien (Apfelsaft = 450kcal/Liter), oft weniger, kalorienreduzierte Limonaden und Fruchtmischgetränke oft deutlich weniger. Somit ist Bier mit seinen 470kcal/Liter immernoch im oberen Bereich der verstärkt kalorienhaltigen Getränke, und im Vergleich mit Lebensmitteln in einer Liga mit Schokolade (1 Tafel = ca. 500kcal).

Darüber hinaus ist Bier mit Getränken wie Säften und Milch überhaupt nicht vergleichbar. „Aus Alkohol ist keine positive Energie zu gewinnen”, weiß Stoffwechselexperte Prof. Joachim Mössner von der Universität Leipzig. “Ich kann also nicht einfach Lebensmittel durch Alkohol ersetzen, wenn ich Kalorien sparen will. Das würde unweigerlich zu einer Mangelernährung führen.” Damit ist auch der gern zitierte Begriff des “flüssigen Brotes” ad acta gelegt.

Besonders die Bedeutung von Alkohol als Kalorienträger ist vielen Menschen nicht bekannt. Alkohol hat nach reinem Fett die meisten Kalorien. Der durch die Vergärung von Zucker gewonnene Alkohol wird beim Abbau in der Leber bei hohem Sauerstoffverbrauch in Fett umgewandelt. So macht allein der Alkohol im Bier etwa die Hälfte der Kilokalorien aus. Da die meisten Biere mit rund 5% Alkoholgehalt noch relativ wenig Alkohol beinhalten, erhöht sich die fettmachende Wirkung alkoholischer Getränke über Wein bis hin zu Spirituosen enorm.

Besonders wichtig ist im Vergleich zu anderen alkoholhaltigen Getränken die verstärkte appetitanregende Wirkung des Bieres. Durch seine leichte Verdaulichkeit wird der Verdauungstrakt förmlich ausgespült. Zusätzlich zum appetitanregenden Alkohol wird dadurch ein Hungergefühl erzeugt, bei übermäßigem Konsum sogar ein regelrechter Heißhunger, der oft ohne es richtig zu merken durch übermäßiges Essen kompensiert wird. Da Bier häufig abends und in geselliger Runde konsumiert wird, wird dieses Essen häufig in Form von sogenannten „Knabbereien“ wie Chipsen, Nüssen o.ä. zu sich genommen, die durch ihren hohen Fettgehalt ihren Teil zum gehaltvollen abendlichen Genuss beitragen.

Niemandem soll die Freude auf sein wohlverdientes Feierabend-Pils genommen werden. Doch dafür muss man sich nicht in die Tasche lügen. Wie so oft gilt das Motto: Genießen ja, aber in Maßen, nicht in Massen. Dann schwillt auch der Bierbauch nicht an, und das Bier macht das, was es soll: Schmecken.

George Clooney: „Oceans Twelve“ Witze über sein Alter!

Montag, 13. Dezember 2004

In Amerika lief der Streifen gerade erst an und schoss sofort auf Platz eins der Charts. Die 184 Millionen Produktionskosten für „Oceans Eleven“ Nachfolger „Oceans Twelve“ scheinen sich also gelohnt zu haben. Nun meldet sich „From Dusk till Dawn“ Darsteller George Clooney zu Wort.

Im Film gibt es eine Szene in der er eine Frau sein Alter schätzen lässt. Die Antwort: „50“, habe ihn deprimiert, sagte er. Marketing Gag, ehrlich verletzter Stolz oder bloß ein Scherz? Die Antwort auf diese Frage wird nur Clooney selber kennen. Jedoch meint er das der Witz auch auf seine Kappe geht, schließlich hatte er die Szene mit vorgeschlagen.

Hinter den Kulissen soll das allerdings eine Welle der „Alterswitze“ hervorgerufen haben. Der 43 Jährige scheint eher darauf allergisch reagiert zu haben. Zum ersten Mal veralbert nicht er seine Kollegen, sondern sie ihn!

Dieses kleine „Skandälchen“ wird wohl kaum länger die Schlagzeilen der großen Zeitungen zieren, aber für einen kurzen Wirbel hat es allemal gesorgt.

Schlechte Zeiten, tolle Frauen: Arme Männer mögen’s mollig

Mittwoch, 08. Dezember 2004

Haben Männer wenig Geld und fühlen sich arm und hungrig, bevorzugen sie üppigere Frauen. Sind sie wohlhabend und satt finden sie zierliche Frauen attraktiv. Diesen Effekt haben US-Forscher bei einem Versuch herausgefunden, bei denen sie bei Probanden beiderlei Geschlechts entsprechende Gefühle hervorriefen.

Allerdings ist dieses Phänomen schon länger bekannt gewesen, betrachtet man die Schönheitsideale des 20. Jahrhunderts: Zu Beginn des Jahrhunderts wurden noch üppige Busen und Dekolletés bevorzugt, in den 20er Jahren kam die erste Schlankheitswelle auf. Die Frauen emanzipierten sich: Im ersten Weltkrieg hatten sie gelernt, auch ohne ihre Männer für sich und ihre Kinder zu sorgen, und diese neue Selbständigkeit wollten sie nicht mehr aufgeben. Im Kampf um die Gleichberechtigung wurde eine androgyne Figur angestrebt, sehr schlank und mit kurzem Haarschnitt, wie Marlene Dietrich 1929 im Film „der blaue Engel“. Im Zweiten Weltkrieg waren die Formen dann wieder üppiger. Es wurde die neue Weiblichkeit propagiert, die vor allem auf die Aufgabe der Mutterschaft hinwies. Auch in der Nachkriegszeit wurden durch den Lebensmittelmangel und wirtschaftlicher Entbehrungen volle, gut genährte Körper als erstrebenswert angesehen, zeugten diese doch von dem Reichtum, genügend zu Essen zu haben.

Marilyn Monroe zeigte ihre doch recht üppigen Formen ab den späten 40er Jahren auf der Leinwand und wurde zum Weltstar. In den Wirtschaftswunderzeiten der 60er Jahre waren wieder die schlanken Formen angesagt: Den Menschen ging es wirtschaftlich gut, es gab genügend zu essen. Das waren die Zeiten der burschikosen, androgynen Frauen wie Twiggy oder Audrey Hepburn. Heute werden die Schönheitsideale vor allem durch die Medien diktiert, auch wenn es immer wieder Trends hin zu üppigeren oder auch extrem schlanken Figuren gibt. Und: Erstaunlicherweise haben sich die Frauen bei dem US-Versuch im Gegensatz zu den Männern bei der Auswahl ihres Traummannes nicht beeinflussen lassen…

Von Mixern zu Hightech-Geräten: „Stiftung Warentest“ wird 40

Samstag, 04. Dezember 2004

Vor genau 40 Jahren, also am vierten Dezember 1964, beschloss der Deutsche Bundestag die Gründung eines unabhängigen Testinstituts: Die „Stiftung Warentest“. Über ein Jahr verging, bis im April 1966 erstmals die Zeitschrift „DER test“ erschien, in der sich die Stiftung zunächst mit Nähmaschinen und Stabmixern auseinandersetzte. 1967 wurde die Zeitschrift eingestellt, erst 1971 erschien sie wieder unter dem gekürzten Titel „test“. Bis in die 90er setzte sich der Erfolg der Zeitschrift fort und die Auflage erreichte mit knapp einer Million Stück ihren Höhepunkt.

Kein Wunder, denn fast jeder Deutsche kennt die Stiftung, rund ein Drittel orientiert sich bei wichtigen Kaufentscheidungen sogar an ihren Testergebnissen. Mehr noch – für viele hat sie laut einer Forsa-Umfrage eine höhere Glaubwürdigkeit als die katholische Kirche, Greenpeace, das Rote Kreuz oder die Gerichte. In 4.000 Warentests wurden 72.000 Produkte überprüft, auch 1.200 Dienstleistungen waren bisher auf dem Prüfstand – Grund genug für die Stiftung ihr Jubiläum in einem feierlichen Festakt in Berlin zu feiern.

Für Kritiker jedoch steckt die Stiftung, die im juristischen Sinne eigentlich gar keine Stiftung ist, in der Midlife-Crisis. Nicht nur, dass in der Zeitschrift „test“ gänzlich auf Anzeigen und damit auf eine wichtige Finanzierungsmöglichkeit verzichtet wird, sondern zusätzlich sinkt auch die Auflage stetig, da sich die Kunden lieber über Zeitungen und den Rundfunk informieren, wo die Testurteile gerne zitiert werden. Auch das Umsatzplus von zuletzt 20 Prozent bei ihrem Online-Portal, bei dem man gegen Gebühr ältere Testberichte einsehen kann, täuschen über diese Finanzierungskrise nicht hinweg.