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Mit ‘magersucht’ getaggte Artikel

Anti-Magersucht-Werbung in Italien verboten

Samstag, 20. Oktober 2007

Das riecht wieder nach Ärger – nun nicht mehr nur für die Modebranche, sondern auch für die Werbebranche. Eine Schock-Kampagne gegen Magersucht wurde in Italien landesweit verboten, weil es die Würde des Menschen verletzte.

Das Foto zeigt eine nackte magersüchtige Frau. Auf dem Plakat steht “No. Anorexia” (Magersucht, nein). Das Foto stammt von Ex-Benetton-Fotografen Oliviero Toscani, der gegen das Verbot vorgehen will.

Das Institut Giurì, das über die Werbung in Italien wacht, ist der Meinung, dass diese Art von Werbung die Würde des Menschen verletzte. Nun muss die Werbung, die für die Fashion-Marke Nolita gestartet wurde, von Rom bis Mailand innerhalb von sieben Tagen abgerissen werden.

Oliviero Toscani betonte, dass er mit dem Foto lediglich auf die Problematik der Magersucht aufmerksam machen wollte und nun vor Gericht ziehen will, um moralischen und materiellen Schadenersatz zu fordern, berichtet die italienische Zeitung “Corriere della Sera”.

Proteste gegen diese Art von Werbung kamen sogar von Bürgermeisterin Letizia Moratti, wie die dpa berichtet. Auch ein Cafe-Besitzer, dessen Lokal sich direkt vor einem dieser Plakate befindet, äußerte: “Das ist ein schreckliches Foto. Man kann auch anders auf die Gefahren der Magersucht warnen und es den Menschen vor Augen führen.”

Schlankheitswahn: Zweites Model totgehungert

Sonntag, 19. November 2006

20 Jahre alt und nur ein Ziel vor Augen: Auf dem Laufsteg zu landen und das Gefühl zu haben, schön zu sein. Der Schlankheitswahn in der Modewelt hat in nur einer Woche ein zweites Todesopfer gefordert: Die 20-jährige Modestudentin starb wegen starken Untergewicht in einem Krankenhaus bei São Paulo, Brasilien.

Die Brasilianerin hungerte seit fünf Monaten, ernährte sich nur von Äpfeln und Tomaten, um ihrem vermeindlichen Ziel näher zu kommen. Die 20-Jährige musste ihr Studium in São Paulo unterbrechen und suchte Hilfe bei ihren Eltern. Nach drei Tagen setzte ihr Herz aus und das Mädchen starb.

Zweites Todesopfer in einer Woche
Der tragische Tod des brasilianischen Topmodels Ana Carolina Reston schockiert die ganze Welt aufs Neue. Bei einer Körpergröße von 1,74 Metern wog die 20-Jährige lediglich 45 Kilo und war der Ansicht: “Ich bin zu dick, fühle mich hässlich.” Ihr Vorhaben, sich auf 40 Kilo runter zu hungern, schaffte die Brasilianerin Ana Carolina Reston nicht und verstarb an einer Infektion.

Die Modewelt reagiert auf Schlankheitswahn
Kurz vor dem Tod von Ana Carolina Reston distanzierte sich Modemacher Giorgio Armani öffentlich von dem weltweiten Schlankheitswahn. Auf Modeshows wie “Pasarela Cibeles” oder bei der Modewoche “Fashion Rio” gibt es sogar ein Laufstegverbot für zu dünne Models. “Wir beschäftigen keine Mädchen mehr, die zu wenig wiegen. Anorexie und Bulimie sind emotionale Probleme – dagegen müssen wir ankämpfen”, erklärte die Direktorin der Modenschau, Eloysa Simão. “Extreme Schlankheit ist aus der Mode – niemand will mehr Models, die krank aussehen”, äußerte die brasilianische Designerin Lenny Niemeyer. “Es ist ein Unglück, dass für viele junge Mädchen das Schlankheitsideal wichtiger ist als ihre Gesundheit. Ein gefährlicher Irrtum,” sagte Supermodel Gisele Bündchen in einem Interview mit der Zeitung brasilianischen Zeitung “Folha de São Paulo”.

Magersucht? Die meisten Jugendlichen mit sich zufrieden

Samstag, 28. Oktober 2006

Nicht zuletzt führten Laufstegverbote für magere Models und ein Schönheitsideal in Castingshows zu heftigen Diskussionen über Magersucht. Wie es um deutsche Jugendliche und Magersucht tatsächlich aussieht, liefert eine aktuelle Studie der BZgA: Über die Hälfte der Jugendlichen fühlen sich in ihrem Körper wohl.

Dabei beeinflusse “das gängige Schönheitsideal” Mädchen eher als Jungen. Zu dick findet sich jedes vierte Mädchen und jeder achte Junge. Doch rund die Hälfte aller befragten Mädchen und rund 60 Prozent der Jungen fühlen sich in ihrem Körper wohl. Dabei sei das Gefühl, dem Schönheitsideal nicht gerecht zu werden, vom Alter unabhängig. Doch einige Jugendliche finden sich auch zu dünn. Über zu wenige Kilos beklagten sich 7 von 100 Mädchen und 13 von 100 Jungen.

Mit dem Alter achtet man auf Schönheit
Desweiteren konnte die Studie belegen, dass mit dem Alter auch dem Styling mehr Beachtung geschenkt wird: Im Übergang vom 14. zum 15. Lebensjahr schenken Mädchen dem Äußeren acht Prozent mehr Beachtung. Bei Jungen bemerkte man diesen rapiden Sprung nicht – hier stehe viel mehr die Fitness im Vordergrund.

Eltern spielen eine wichtige Rolle
Der Studie zufolge spielen Eltern eine wichtige Rolle, wie ihr Kind sich zukünftig in seinem Körper fühlen wird: “Offensichtlich haben Mädchen und Jungen, die sich von ihren Eltern angenommen fühlen und zu Hause über eine gute Vertrauensbasis verfügen, auch die Chance, zu ihrem Körper ein besseres Verhältnis zu entwickeln.”

Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Emnid 2500 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren.