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Mit ‘new york’ getaggte Artikel

Das Ende des Paten: Letzter New Yorker Mafia-Boss verknackt

Sonntag, 01. August 2004

Wer denkt es gäbe keine Mafia à la „Der Pate“ mehr in Amerika, der hat Recht – allerdings erst seit kurzem. Denn am vergangenen Freitag wurde der 61-jährige Joseph Massino, der letzte Mafia-Boss von New York, nach einem zehn Wochen langen Prozess zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Der so genannte „Last Don“ („Letzter Pate“) war der Boss der Bonannos, der mächtigsten Gangster-Familie von ganz New York, und übte ein viertel Jahrhundert lang seine blutige Schreckensherrschaft aus.

Unter anderem wurde Massino deshalb verurteilt, weil er sieben Morde an konkurrierenden Mafia-Bossen befohlen hatte; eine Berufung gegen das Urteil schloss das Gericht aus, das Urteil ist damit rechtsgültig. Dennoch zeigte Massino keinerlei Gefühlsregung bei der Urteilsverkündung. Seine Frau hingegen, die an jeder Verhandlung teilnahm, stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch und musste von ihrer Tochter Adeline gestützt werden.

Seit 1978 führte die US-Regierung einen Krieg gegen die „Cosa Nostra“ (Bezeichnung für die sizilianische Mafia in den USA), in dessen Zuge sich der FBI-Agent Joseph Pistone unter dem Decknamen Donnie Brasco in die Gangster-Familie einschleuste. Erst nach fünf Jahren, als dem FBI der Machtkampf innerhalb der Mafia zu blutig wurde, zog man ihn ab und konnte dank seiner Zeugenaussagen und Tonbänder dutzende Mafiosi aus dem Verkehr ziehen. Seine Memoiren wurden 1996 von Hollywood unter dem Titel „Donnie Brasco“ mit Johnny Depp in der Rolle des FBI-Agenten verfilmt. Auch Pistone selbst sagte gegen seinen ehemaligen Paten aus.

Wichtigster Kronzeuge hingegen war Frank Lino, ein langjähriger Freund von Massino, der bereits wegen sechsfachen Mordes nur noch gesiebte Luft atmen durfte. Erst durch seine Zeugenaussage wurde der Prozess gegen den Mafia-Boss möglich. Lino war die erste „Ratte“ bzw. der erste „Kanarienvogel“ der Bonannos, also jemand, der gegen seinesgleichen aussagt um sich selbst zu retten. Aber auch Verwandte wie sein Schwager und Kindheitsfreund Sal Vitale sagten gegen ihn aus. Massino, auf Grund seiner Leibesfülle (180 Kilogramm) auch „Big Joey“ genannt, war bereits 2002 festgenommen worden, die Beweise reichten ohne diese Zeugenaussagen allerdings nicht für eine Verurteilung aus.

Doch nun ist auch der letzte Boss der fünf großen New Yorker Mafia-Familien aus dem Verkehr gezogen. Alle seine Konkurrenten sind bereits tot oder eingesperrt, ihre Nachfolger werden weder von den Gesetzeshütern noch von den Gesetzesbrechern wirklich ernst genommen. „Massino ist der letzte der wirklich großen Gangster von New York“, so der legendäre FBI-Agent Joseph Pistone. „Damit gehört die amerikanische Mafia, wie wir sie einst kannten, endgültig der Vergangenheit an.“ Hoffen wir, dass es auch so bleibt.

Neue Verordnung: New York hat bald ausgebellt

Freitag, 11. Juni 2004

Als Asterix und Obelix meinten, dass die Römer spinnen, kannten sie die Amerikaner noch nicht. Denn diese sind für ihre teilweise unglaublichen Gesetze berüchtigt. So sieht eine neue Verordnung des New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg vor, dass Hunde in der Nacht nur noch fünf Minuten bellen dürfen. Am Tag soll nur noch zehn Minuten durchgehendes Gebell erlaubt sein und selbst die Eisverkäufer müssen auf die Anpreisung ihrer Ware durch Geklingel verzichten.

Hunde die bellen beißen nicht, könnten ihre Besitzer aber bald einiges an Geld kosten. Denn wer die geplante Verordnung für einen Scherz hält, dem vergeht das Lachen spätestens beim Zücken der Brieftasche – die Bußgelder für Verstöße gegen die neue Lärmschutzverordnung betragen nämlich zwischen 45 und 25.000 Dollar (auch wenn letztere Summe dem Industrielärm vorbehalten bleibt). Auch Baugeräusche sollen demnach nur noch an Werktagen erlaubt sein.

Doch noch gibt es Hoffnung für die Hundebesitzer, da der Stadtrat die Verordnung erst absegnen muss. Sollte er jedoch zustimmen, so hat New York ab 2006 ausgebellt. Wer seinem Hund bis dahin nicht das Stillschweigen beigebracht hat, dem bleibt nur eine weitere Einnahmequelle für die Bußgelder zu suchen oder in eine andere Stadt zu ziehen. Denn die Beamten sollen künftig mit Dezibel-Messern bewaffnet durch die Straße patrouillieren. Nur Discos, Bars und Nachtclubs sind von der Regelung befreit, solange sie sich nicht in Wohngegenden befinden.

Das ist übrigens nicht das erste Mal, dass den Tieren in New York Vorschriften gemacht werden. So ist es Eseln im Stadtteil Brooklyn untersagt in Badewannen zu übernachten. Auch andere amerikanische Bundesstaaten haben tierische Gesetze auf Lager – in Tennessee ist es untersagt Fische mit einem Lasso zu fangen, in Florida müssen für am Straßenrand stehen gelassene Elefanten ebenso viele Münze in die Parkuhr geworfen werden wie für Autos und in Minnesota ist das Überqueren der Landesgrenze mit einer Ente auf dem Kopf verboten. Eine amerikanische Kleinstadt hat den Bienen sogar das Überfliegen des Stadtgebiets untersagt – ob sich die Bienen daran halten ist allerdings fraglich. Aber wer weiß, vielleicht klappt das Bellverbot bei den New Yorker Hunden ja besser.

Gangs Of New York: Von Metzgern und Milizen

Donnerstag, 20. Februar 2003

Wie in kaum einer anderen Stadt prallten zu Zeiten der Gründung der amerikanischen Nation so viele verschiedene Menschen, soviele verschiedene Ansichten, und vor allem Elend und Gewalt aufeinander wie in New York, dem Hafen für Hoffnung, in dem viele ihr Glück zu finden hofften, doch oft nur Unrecht und Tod fanden. Im brodelnden “melting pot of nations”, in dem sowohl Schwarze und Weisse, als auch die verschiedenen ethischen und religiösen Gruppen und ihre “Gangs” aufeinandertrafen, schafften Politik, Judikative und Exekutive keine Ordnung, im Gegenteil, sie waren käuflich, korrupt und brutal. Schwere Zeiten, um zu überleben. Und schwer, umgeben von Chaos und Unrecht, einen ehrbaren und aufrechten Weg zu gehen.

Dies schafft in “Gangs Of New York” niemand, die Hauptdarsteller und alle Randfiguren sind Anti-Helden, durchtrieben von Macht- und Geldgier, von Mißtrauen und vom Hass aufeinander. Da ist zum einen die Geschichte von Vallan (Leonardo di Caprio), einem irischen Jungen, dessen Vater “Priest”, der Anführer einer irischen Gang, den “Dead Rabbits”, auf den Straßen bei einem der wahnwitzigen und blutigen Straßenkämpfe umkommt. Er ist eines der vielen Kinder des Zorns, für die es so schwer ist, aus der Spirale der Gewalt auszubrechen. Der Hass und die Unterdrückung sind zu gross, und so sinnt er auf Rache.

Sein Gegenspieler, der heimliche Herrscher New Yorks, der durch seine kalte Brutalität als Gangsterboss und Anführer der “Natives” die Menschen auf der Straße fest im Griff hat. Gespielt wird “der Butcher” (wenn er nicht auf Menschen einhackt, schlachtet er Schweine) von Daniel Day-Lewis, und das so überzeugend und furchterregend, dass er für den Oscar des besten Hauptdarstellers nominiert wurde, und das völlig zurecht. Und die Geschichte der verführerischen, rothaarigen Jenny, die durch ihre Reize die Köpfe der Reichen verdreht, um ihnen dann die Taschen und Häuser leerzuräumen. Alle diese Figuren bewegen sich auf einem schmalen Grat, den Gangs Of New York, und verlieren in den Wirren der Straßenkämpfe und des Bürgerkriegs schliesslich alles. Dies sollte jedenfalls die Moral des Films sein.

Star-Regisseur Martin Scorsese verfehlt dies leider. Zwar schneidet er diesen Mißstand in zahlreichen, für ihn typischen bildgewaltigen Methapern und Andeutungen, und in der Darstellung der korrupten Politiker New Yorks durchaus an, verliert sich aber zu oft in der pathetischen Schilderung des Zweikampfes zwischen Vallan und dem “Butcher” und dem blutigen Kampfkult. Denn keiner der Figuren des Films steht auf der “guten” Seite. Auch der Mißbrauch der Religion für die niederen Absichten und Kampfgelüste der Menschen wird zwar angedeutet, aber nicht genügend herausgestellt.

Dennoch weis der Film durch die starke Besetzung, hervorragende Kostüme und einen mitreissenden Soundtrack zu begeistern. Ein durchaus sehenswerter Streifen also, an dessen Ende man jedoch ein bisschen enttäuscht ist, dass Scorsese aus dem interessanten und vielschichten Stoff nicht mehr gemacht hat. Fazit dennoch: Anschauen!

“Gangs Of New York” läuft seit dem 20.02. in Deutschland. Vielen Dank an den Cinestar in Dortmund.

Höflichkeit in New York: Handys teilweise verboten!

Freitag, 20. Dezember 2002

Ein Kino oder Konzert in dem kein Handy klingelt oder piept, in dem niemand irgendwo mit einem hell erleuchteten Gerät eine SMS schreibt oder gar telefoniert – Ein Szenario, dass in der heutigen Zeit schon bald undenkbar ist. Überall kommen Handys zum Einsatz, die Verbreitung ist fast schon beängstigend. Ob die Benutzung dieser Funktelefone auf öffentlichen Veranstaltungen gegenüber den anderen Besuchern aber auch höflich ist, diese Frage stellten sich vor kurzem die Stadträte New Yorks.

Und sie kamen bei ihrer Abstimmung zu einem Ergebnis von 40:9 Stimmen – gegen die Handys. Und somit wird in naher Zukunft in den öffentlichen New Yorker Einrichtungen wie Museen, Bibliotheken, Galerien oder auf Konzerten, Film-, Theater- und Tanzvorstellungen wohl kein Handy mehr zu finden sein. Lediglich auf Sportveranstaltungen und in Notfällen dürfen die Handys benutzt werden. Bei Missachtung dieser Gesetze droht eine Strafe von 50$, sogar nur das Klingeln ist verboten. Bürgermeister Michael Bloomberg versucht zwar zurzeit noch dies zu verhindern, durch die große Mehrheit im Stadtrat wird dies allerdings vermutlich fehlschlagen.

Bei der Frage wie diese Regelung durchgesetzt werden soll, appellieren die Väter des Gesetzes an den Menschenverstand und die Höflichkeit der Bürger. Die Mobilfunkindustrie und die 9 Stadträte, die dagegen gestimmt haben, fragen sich nun natürlich zu Recht wieso dann überhaupt ein Gesetz gebraucht wird. Ein „Gesetz zur Höflichkeit“ ist ja nun auch nicht gerade üblich.

Nächste Oscar-Verleihung vielleicht in New York

Samstag, 10. August 2002

And the Oscar goes to…New York. Zumindest wenn es nach dem Willen einer Vielzahl prominenter Produzenten, Unternehmer und Politiker ginge. Diese sprachen sich für eine zumindest geteilte Veranstaltung zur Verleihung der 75. Acedemy Awards am 23.März 2003 aus, jeweils zur Hälfte in Hollywood und New York. Dies solle der nach dem 11. September immernoch stark angeschlagenen Weltstadt helfen, sich kulturell und finanziell zu erholen.

Die wohl wichtigsten und einflussreichsten Fürsprecher sind in diesem Zusammenhang Harvey Weinstein, der Vorstandsvorsitzende der Produktionsfirma Miramax, sowie James Dolan, Präsident des Kabelfernseh-Unternehmens Cablevision. Diese beiden waren schon Organisatoren für das grosse Solidaritäts-Konzert von US-Künstlern zugunsten der Angehörigen der Ofter der Terroranschläge im vergangenen September.

Doch es gibt auch kritische Stimmen. Frank Pierson, Präsident der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, mahnte, dass man die vertraglichen Verpflichtungen gegenüber dem in diesem Jahr neu eingeweihten Veranstaltungsort, dem Kodak Theater, nicht vergessen dürfte. Zudem würden sich die Kosten durch das “Splitting” der Veranstaltung in 2 Städten verdoppeln.

Doch Pierson lenkt gleichzeitig ein: “In unserem 75. Jahr und angesichts der Folgen des 11. Septembers sollte die große Rolle gewürdigt werden, die New York in unserer Industrie gespielt hat”. Und Weinstein gab bekannt: “Wir werden dem Vorstand der Filmakademie eine umfangreiche Ausarbeitung vorlegen”. So zitiert News.de die beiden Schwergewichte aus dem Filmgeschäft.

Als Austragungsorte wären in New York die Radio City Music Hall oder der Madison Square Garden denkbar. Beide sind ungleich grösser als das nur 3100 Zuschauer fassende Kodak Theater. Eine komplette Umsiedelung der Veranstaltung nach New York sei allerdings undenkbar. Für die in den letzten Jahrzenten heruntergewirtschaftete Ortschaft Hollywood liegen alle Hoffnungen im neuen Theater. Den kompletten Verlust der Veranstaltung würde der Ort wohl finanziell nicht überstehen.