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Mit ‘raubkopien’ getaggte Artikel

Raubkopien oder: Das Ende der B-Side

Dienstag, 12. August 2003

Die Musikindustrie ist sich ihrer Fehler bewusst geworden. Die Umsätze sind rückläufig, erstmals wurden nun mehr Rohlinge als Musik-CDs verkauft und der Schuldige ist für die Musikindustrie schnell gefunden – der aus-dem-Internet-geladene-Musik-auf-CDs-brennende Konsument. Über Jahrzehnte lang war er noch die Melkkuh der Musikbranche und erhöhte Umsatz und Gewinn der großen Konzerne durch den Kauf überteuerter Alben und Maxi-CDs. Natürlich kann die Lösung nicht sein sich die Musik kostenlos aus dem Internet zu „ziehen“, aber die Musikindustrie trägt eine eindeutige Mitschuld an der heutigen Misere.

Das Hörverhalten des Konsumenten wird sich jedoch auch durch Musikportale mit bezahlbaren einzelnen Songs der Plattenfirmen ändern. Denn schon jetzt wird nur das heruntergeladen, was man wirklich hören will. Keine langweiligen zusätzlichen Albumtracks zum Charterfolg mehr und keine nervige B-Side. Der neue Konsument hört nur was er kennt, aus Radio oder Fernsehen und ist damit gefangen in der Vermarktungsmaschinerie der Medien.

Das aber auch der schlechte Song auf dem neuen Album des Lieblingskünstlers das Bild des Stars komplettiert, dass ein Album für sich steht und sich die Künstler mit der Titelreihenfolge etwas gedacht haben und das B-Sides nicht nur Songs enthalten, die bei der Produktion abgefallen sind sondern auch hochwertig sein können – das sieht der neue Konsument nicht mehr. Wieder geht der Musik ein Stück Kunst verloren und ein Stück Eigenständigkeit. Denn jetzt bestimmt der Konsument – das Ende der B-Side.

Ein Artikel von Marc Augustin

USA: Trotz Piraterie ein Spitzenjahr für Hollywood

Dienstag, 31. Dezember 2002

So wie es scheint können die Filmtauschbörsianer des Internets ein bisschen aufatmen. Neue Rekorde wurden bei der Zahl der Kinobesucher in den USA geschrieben, seit den 50er Jahren gingen die Menschen nicht mehr so oft ins Kino wie 2002. Ein neues Argument für die Nutzer der Tauschbörsen, die im Internet mit Filmen handeln. Ist der Schaden durch die Verbreitung im Netz wirklich so groß?

Als ein möglicher Grund für die 1,5 Milliarden Besucher des ausklingenden Jahres wird die Situation des amerikanischen Volkes genannt: Im Hinblick auf Terror und einen möglichen Krieg gegen den Irak, mag das Kino für einige eine Art Ablenkung sein. Auch die Fülle der Filmhits spielte in den Rekord mit hinein, Kassenschlager wie „Harry Potter“ und die zweiten Teile der Trilogien „Der Herr der Ringe“ und „Star Wars“ lockten die US-Amerikaner in die Kino-Säle.

Jack Valenti, der Präsident der Hollywood-Lobby-Vereinigung Motion Picture Association of America (MPAA) – sonst bekannt für harte Töne gegenüber der Internetpiraterie – interpretierte aus den Zahlen nur eine geringe Rolle für die illegale Netzverbreitung der Filme heraus. Eine Steigerung der Besucher von 10% im Gegensatz zum Vorjahr spricht wohl auch für sich – Gerade weil in diesem Jahr mehr und qualitativ bessere Filme denn je im Netz zu finden waren. In den Communities des Webs vermuten sogar viele User das Internet als einen Hauptgrund für die Zunahme der Besucher. Viele User sehen sich einen Film im Netz zumindest teilweise an, und besuchen ihn dann bei Interesse auch im Kino. Auch da bei manchen komprimierten Filmen die Bild- und vor allem Tonqualität (bei Filmen die noch nicht als deutsche DVD zu haben sind so gut wie nie in Dolby Digital – Ansprüche die so mancher User stellt) so schlecht ist, die Vorfreude auf den Film aber schon zu groß ist den Film nicht zu sehen, kann Hollywood von der Piraterie profitieren.