Risikofaktoren für Migräne entdeckt

In Deutschland leiden rund acht Millionen Menschen an Migräne. Ein internationales Forscherteam analysierte die Daten von mehr als 56.000 Menschen und hat einen Risikofaktor für den chronischen Kopfschmerz gefunden. Dass Ergebnis des Forschungsprojektes ist, dass die Regulation von Glutamat im Gehirn Migräneanfälle beeinflusse.

17 Prozent der Frauen und 8 Prozent der Männer in Europa leiden an Migräne. Die ersten Anzeichen von Migräneanfälligkeit machen sich bereits in der Pubertät bemerkbar. Der halbseitig auftretende, pulsierende Kopfschmerz wird häufig von Übelkeit, Erbrechen oder Licht- oder Geräuschempfindlichkeit begleitet.

Die Gruppe internationaler Mediziner haben das Erbgut von 2731 Migränepatienten mit dem Erbgut von 10.747 gesunden Patienten verglichen und konnten feststellen, dass ein spezieller Gen-Marker auf Chromosom 8 ein deutlich höheres Risiko ergibt, geht aus einem Artikel im Fachmagazin „Nature Genetics“ hervor. „Unsere Daten weisen darauf hin, dass der Marker rs1835740 an der Glutamatregulation beteiligt ist“, erklärt Verneri Anttila von der Universität Helsinki, Leiter des Forscherteams. Die Forscher meinen, dass eine Anhäufung von Glutamat im Gehirn eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Migräne spielen könnte. Sollte eine Regulation nicht korrekt funktionieren, könnte Migräne entstehen.

Diese Erkenntnisse geben Ansatzpunkte zur Entwicklung eines Medikaments gegen Migräne. Zwar ist nicht sicher, ob Migräne vollständig verhindert werden könnte, aber zumindest könnte man die Beschwerden der Migränepatienten deutlich verringern.