Haarausfall begünstigt Prostatakrebs

Viele Männer leiden an androgenem Haarausfall: Genetisch bedingt, da hilft auch kein Shampoo für mehr Haarwuchs. Als wären das nicht genug deprimierende Zustände für betroffene Männer, fanden französische Wissenschaftler heraus, dass Männer mit frühem Haarausfall ein höheres Prostatakrebs-Risiko haben. Als Rat geben die Ärzte, sich regelmäßig ärztlich untersuchen zu lassen.

Haarausfall beginnt bei Männern zumeist mit den sogenannten Geheimratsecken: Das Haar wird mit der Zeit dünner und lichter. Im Extremfall bleibt nur noch ein Haarkranz über. Führende Hersteller des Beauty-Segments bieten Haarshampoos etwa mit Koffein, welche den Haarwuchs antreiben sollen. Teilweise wirkt durch das spezielle spezielle Haarshampoo das Haar in der Tat kräftiger, doch kann es genetisch bedingten Haarausfall nicht verhindern. Denn die Haarfolikel werden durch das Testosteron-Abfallprodukt DHT geschädigt, sodass kein Haar mehr sprießt.

Haarausfall ist nicht lebensgefährlich, doch französische Forscher fanden eine beunruhigende Erkenntnis, die mit dem Haarausfall einher geht: Prostatakrebs. Besonders betroffen sind Männer, die im Alter zwischen 20 und 30 Jahren sind und an Haarausfall leiden. Dieser Personenkreis könne eventuell von einer Früherkennung profitieren, schreiben Philippe Giraud und seine Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Annals of Oncology“. Männer im Alter von 30 bis 40 Jahren, die an Haarausfall leiden, hätten hingegen kein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs.

Allerdings kommentierte Giraud: „Bislang gibt es keinen eindeutigen Hinweise darauf, dass eine Prostatakrebs-Früherkennung für die gesamte männliche Bevölkerung sinnvoll ist… Deswegen müssen wir einen Weg finden, um diejenigen Männer mit einem hohen Risiko zu identifizieren.“

Auch ist bisher ungeklärt, wie sich der Wirkstoff Finasterid bei Männern auswirkt. Seit einigen Jahren wird Finasterid von Männern eingenommen, die unter androgenem Haarausfall leiden. In der Regel wird dadurch der Haarausfall gestoppt, teilweise kann das Haar wieder an Fülle gewinnen. Allerdings müssen die Männer damit ein Leben lang leben, Finasterid einzunehmen. Zumal die Nebenwirkungen auch gewaltig sein können: Von Kompletthaarausfall bis Impotenz finden sich alle Schreckenszenarien in einschlägigen Foren zum Thema Haarausfall. Der gleiche Wirkstoff (Finasterid) wird auch verwendet gegen Prostatavergrößerung. Inwiefern Finasterid gegen Haarausfall und zugleich als Prostatamedikament im Hinblick auf Prostatakrebs Wirkungen zeigt, wird derzeit noch erforscht.