Ibuprofen könnte Parkinson-Risiko senken

Einer neuen Studie zufolge könnte die regelmäßige Einnahme des Entzündungshemmers und Schmerzmittels Ibuprofen das Risiko einer Parkinson-Erkrankung senken. Der US-Studie zufolge können Menschen, die mindestens zwei Mal pro Woche Ibuprofen nehmen, sei das Risiko um 27 Prozent an Parkinson zu erkranken verringern.

Eine Studie von Forschern der Elite-Universität Harvard hat ergeben, dass das Medikament Ibuprofen das Risiko an Parkinson zu erkranken verringern kann. „Es gibt kein Heilmittel bei Parkinson, also ist die Möglichkeit fesselnd, dass Ibuprofen, ein bereits existierendes und relativ ungiftiges Medikament, gegen die Krankheit helfen könnte“, erklärte Mitautor der US-Studie Alberto Ascherio. Die Wirkweise von Ibuprofen in diesem Zusammenhang ist den Angaben zufolge ungeklärt.

Die Studie bestätigt teilweise vorangegangene Untersuchungen die zeigten, dass die regelmäßige Einnahme von bestimmten entzündungshemmenden Antirheumatika das Parkinson-Risiko mindern können.

Allerdings warnen Wissenschaftler davor, Ibuprofen einfach vorbeugend einzunehmen: Bei längerer Anwendung könne das Medikament schwere Nebenwirkungen wie Blutungen im Magen-Darm-Trakt haben. „Ob ein langsameres Fortschreiten der Erkrankung solche Risiken rechtfertigt, muss erst in klinischen Studien untersucht werden“, sagt Ascherio. Auch der Neurologe James Bower von der Mayo Klinik in Rochester warnt davor, Ibuprofen zum Schutz vor Parkinson zu empfehlen: Die Risiken seien zu groß, zudem sei auch die Aussagekraft der Studie zu klein. „Es gibt auch noch eine Menge offener Fragen.“

Die Studie wurde in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht. Die Wissenschaftler untersuchten sechs Jahre lang die Daten von 98.892 Krankenschwestern und 37.305 männlichen Mitarbeitern im Gesundheitssektor. Die Probanden nahmen nach eigenen Angaben regelmäßig Ibuprofen und andere Entzündungshemmer. Nach Beginn der Studie erkrankten 291 Studienteilnehmer an Parkinson.

Hierzulande sind zwischen 100.000 bis 250.000 Menschen von der Erkrankung Parkinson betroffen, geht aus dem Kompetenznetz Parkinson hervor. Pro Jahr erkranken ca. 10.000 Menschen an Parkinson. Bis jetzt können Medikamente lediglich die Beschwerden lindern.