Schuldspruch gegen Conrad Murray

Knapp anderthalb Jahre nach dem Tod von Pop-Legende Michael Jackson wurde dessen Leibarzt der fahrlässigen Tötung für schuldig gesprochen. Conrad Murray selbst nahm das Urteil fast regungslos hin, die Jackson Familie war äußerst erleichtert.

In Los Angeles fiel nun das Urteil gegen den behandelnden Arzt von Michael Jackson, Conrad Murray. Nachdem ehemalige Hausangestellte von Jackson und Ex-Lebendgefährtinnen des Angeklagten aussagten und mehr als 300 Beweisstücke vorgelegt wurden, befanden die elf Geschworenen Murray für schuldig. Das Strafmaß soll am 29. November bekannt gegeben werden, dem Verurteilten drohen 4 Jahre Haft und die Entziehung seiner Approbation.

Das Vorgehen von Conrad Murray stelle eine Gefährdung für die Allgemeinheit dar, so der Richter Michael Pastor und somit wurde der 58-Jährige, dem Jackson sein Leben anvertraute, nach dem Schuldspruch wieder abgeführt. Bis das das Strafmaß festgesetzt ist, bleibt der Arzt in Haft, ohne Möglichkeit auf Kaution freigelassen zu werden. Ungerührt nahm Murray das Urteil hin und ließ sich in Handschellen abführen.

Murray selbst sagte im Verfahren nicht aus, sein Anwalt Ed Chernoff griff in seinem Schlussplädoyer die gehörten Zeugen und die Staatsanwaltschaft barsch an. Nach deren Theorien wäre sein Mandant alleine für Jacksons Tod verantwortlich, allerdings habe sich Michael Jackson die tödliche Menge Propophol selbst verabreicht.

Der Staatsanwalt David Walgren dagegen hielt Murrays Verhalten am Todestag seines Patienten für äußerst seltsam. Weder habe er sofort den Notruf gewählt, noch die eintreffenden Rettungssanitäter über die Menge Propophol in Jacksons Blut informiert. Der Leibarzt beteuerte im Vorfeld zwar seine Unschuld, vor Gericht äußerte er sich allerdings nicht.

Für die Familie Jackson war der Schuldspruch nach fast anderthalb Jahren nach dem Tod des Sohnes, beziehungsweise Bruders, eine wahre Erleichterung. Jacksons Mutter Kathrine sagte gegenüber dem Nachrichtendienst „AP“: „ Ich fühle mich jetzt besser“. Und La Toya: „Michael hat auf uns herabgeschaut“. Auch Jacko-Fans, die sich vor dem Gericht versammelten taten ihre Freude kund. Nachdem der Richterspruch gefallen war und eine Stille eintrat war ein Schrei zu hören, die Fans jubelten und vorbeifahrende Autos hupten.