Aspirin als Krebsvorsorge

Wie nun Forscher der Oxford University herausfanden, wirkt Aspirin vorbeugend gegen Krebs. Kleine Dosen über einen längeren Zeitraum eingenommen sollen das Risiko an Krebs zu erkranken senken und auch bei bereits bestehenden Tumoren soll der Wirkstoff Acetylsalicylsäure das Wachstum hemmen. Dieser Wirkstoff findet sich auch in dem weit verbreiteten Aspirin, das die meisten Menschen gegen Kopfschmerzen nehmen. Allerdings seien die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen.

Professor Peter Rothwell von der Oxford University gelang nun eine überraschende Erkenntnis. Aspirin soll in kleinen Mengen und über einen längeren Zeitraum eingenommen, das Krebsrisiko senken. Hierzu verglich der Wissenschaftler 51 Studien an der 77.000 Menschen teilnahmen.  Wer über fünf Jahre täglich 75 bis 300 Milligramm, weniger als eine Tablette, Aspirin zu sich nimmt, senkt sein Risiko an Krebs zu erkranken. Auch Patienten die bereits an Krebs leiden könnten mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure das Tumorwachstum beeinflussen. Auch das Risiko an Krebs zu sterben sinke mit der Einnahme der bekannten Kopfschmerztablette um 15 bis 37 Prozent, so die Forscher.

Cornelia Ulrich, Abteilungsleiterin im Bereich präventive Onkologie des Deutschen Krebs Forschungszentrums (DKFZ) erklärte: „Es ist durchaus möglich, dass Aspirin oder vergleichbare Entzündungshemmer in der Krebsprävention eingesetzt werden. Die biologischen Wirkmechanismen sind bekannt und die Belegung durch zahlreiche wissenschaftliche Studien ist inzwischen auch sehr stark“. Allerdings seien die Nebenwirkungen nicht außer Acht zu lassen, so die Professorin.  Sinnvoll sei die Einnahme bei Patienten die bereits eine Vorstufe von Krebs erlitten haben, zum Beispiel einen Darmpolyp, oder bei Menschen wo Krebs in der Familie schon häufiger vorkam.

Nebenwirkungen nicht außer Acht lassen
Doch nicht nur das Risiko an Krebs zu erkranken lasse sich minimieren, auch bei bereits bestehenden Tumoren lasse sich mit Aspirin ein Erfolg erzielen. Aspirin und ähnliche Produkte haben die Eigenschaft, bestimmte Enzyme zu hemmen.  „Dadurch können sie auch das Tumorwachstum und die Angiogenese, also das Wachstum von Blutgefäßen zum Tumor, stoppen“, so Ulrich. Eine der gefährlichsten Nebenwirkungen von Acetylsalicylsäure sind schwere Magenblutungen, deshalb rät die Expertin: „Mit Sicherheit sollte vor einer Einnahme erst mit dem behandelnden Arzt gesprochen werden“, und weiter: „Die Risiken für Blutungen scheinen vermehrt in den ersten Jahren aufzutreten, wohingegen viele Menschen ohne Probleme jahrelang diese geringen Dosen einnehmen“.

Cornelia Ulrich rät deshalb: „Patienten sollten ein Gespräch mit ihrem Arzt führen und auch einen „Risikocheck“ durchführen“. Fragen wie: „ Aspirin verhindert vor allem das Auftreten von Tumoren im Magen-Darm Trakt – gab es dazu schon Fälle in der Familie? Sind Sie schon älter? Hatten Sie bereits Darmpolypen? Oder gab es schon Fälle einer Aspirin-Unverträglichkeit oder Blutungen?“ sollten hier geklärt werden.

Alternativen für gesunde Menschen
Für Menschen die gesund sind und kein nachweisliches Risiko haben an Krebs zu erkranken sollten allerdings auf herkömmliche Alternativen setzten um Krebs vorzubeugen. Viel Bewegung und eine gesunde Ernährung sind nach wie vor wichtige Faktoren um gesund zu leben und gesund zu bleiben. Die Reduzierung des Körpergewichts spielt besonders bei Darm- und Brustkrebs eine große Rolle.  Experten raten auch zu einer fleischarmen Ernährung und nur wenig Alkohol.