Trinksprüche für verschiedene Situationen

Heutzutage gibt es viele Trinksprüche mit denen es sich anstoßen lässt. Doch nicht jeder Spruch passt zu jedem Anlass. Wann es ein lockeres „Schoppe an de Koppe“ sein darf und wann man lieber etwas gediegener mit „Zum Wohle“ anstoßen sollte verrät Dr. Hans-Michael Klein, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Knigge Gesellschaft.

Bei einem leckeren Glas Wein oder Bier wird gerne angestoßen und sich zugeprostet. Dabei fällt auf, dass Frauen andere Trinksprüche bevorzugen als Männer. Bei Frauen sind „Stößchen“ und „Prösterchen“ beliebt, bei Männern geht es mit „Hau wech die Scheiße“ oder „Zwischen Leber und Milz passt immer noch ein Pils“ mit derben Sprüchen zu. Woher die Tradition mit Trinksprüchen anzustoßen kommt und in welcher Situation welcher Spruch angemessen ist, verrät Dr. Hans-Michael Klein, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Knigge Gesellschaft.

Mittelalterliche Tradition
Die Tradition mit einem Spruch die Gläser zu erheben und anzustoßen besteht bereits seit dem Mittelalter und hat sich bis heute gehalten. Dr. Klein erzählt: „In Russland beispielsweise darf erst getrunken werden, nachdem der Gastgeber einen Toast ausgesprochen hat“. Weiter erklärt der Experte: „Das Trinken wird dort zelebriert. Es wird nicht einfach nur Alkohol getrunken. Es muss immer einen Grund geben, der mit einem Toast, also einer kurzen Rede, begleitet wird. So trinkt man dort auf die Liebe, auf Gott, auf die Kinder und auf die Frauen“.

„Prost“ und „Gesundheit“ sind veraltet
„‚Prost“ kommt aus dem Vulgärlateinischen und ist seit zehn Jahren verboten“, weiß Klein. „Üblich ist „Zum Wohl“ oder „Zum Wohle“. Auch „Gesundheit“ sagt man nicht. Weder beim Anstoßen, noch wenn jemand niest“. „Gesundheit“ stammt aus Zeiten der Pest. Wenn ein Erkrankter nießen musste, sagte man „Gesundheit“, jedoch nicht um dem Kranken diese zu wünschen, sondern um Gott für sich selbst um diese zu bitten.

Kleine Regeln für den feinen Umgang
Beim zuprosten gilt es allerdings noch ein paar Kleinigkeiten zu beachten. „Im normalen Ablauf ist es so, dass die Gäste ihr Glas heben, während der Gastgeber eine kleine Rede hält. Der Gastgeber hebt zuerst sein Glas, schaut alle an, hält dann seine Rede oder sagt „Zum Wohle“, trinkt, sucht wieder den Blickkontakt zu seinen Gästen und senkt erst dann sein Glas“, erklärt der Knigge-Experte. Als selbstverständlich versteht es sich, dass erst der Gastgeber und dann die Gäste trinken. Auch Blickkontakt, sowohl mit dem Gastgeber als auch unter der Gesellschaft ist Plicht. Die Redewendung „Einen Toast aussprechen“ stammt wirklich daher, dass man früher, bevor man mit Getränken anstieß  ein Stück Toastbrot aß, um den Geschmack im Mund zu neutralisieren.

Verschiedene Trinksprüche passen zu unterschiedlichen Situationen
Unangemessen sind Trinksprüche, die nicht zur Situation passen, dann kann es schnell peinlich werden. Dr. Klein erklärt: „Es gilt immer die Angemessenheit der Situation, des Ortes, der Personen und der Zeit“. Ein derber Trinkspruch wie „Von der Mitte zur Titte zum Sack zack zack“ ist auf einer Hochzeit unangemessen.