Auch Superstars sind atemlos: Welttag des Stotterns

Was haben Bruce Willis, Marilyn Monroe und Winston Churchill gemeinsam? Sie haben alle gegen ihre Sprechbehinderung, das Stottern, gekämpft. Und sind trotz dieser sprachlichen Einschränkung berühmt und erfolgreich geworden.

Marilyn Monroes einzigartiges „atemloses“ Sprechen war zum Beispiel nichts anderes als ihr Versuch, das Stottern in den Griff zu bekommen. Am 22. Oktober 2004 wird weltweit auf das Stottern aufmerksam gemacht. Rund fünf Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland stottern und sind dabei vor allem sozialen Ausgrenzungen und Benachteiligungen ausgesetzt. Dabei hat Stottern nichts mit Dummheit oder neurotischem Verhalten zu tun, sondern ist organisch bedingt. Zwar verlieren viele Kinder im Laufe ihrer Entwicklung dieses Problem, doch gibt es immer noch einen hohen Anteil an Erwachsenen, die sich beim Sprechen abmühen. Und wie entsteht Stottern? Einfach gesagt, mit falschem Atmen. Denn während die eingeatmete Luft bei „normalen“ Sprechern gleichmäßig durch die Kehle über die Stimmbänder ausströmt und diese durch Muskelanspannung zu schwingen beginnen, erzeugt man Laute. Wenn die Stimmbänder jedoch, wie bei vielen Stotterern, zu sehr angespannt werden, wird die Kehle blockiert und die Luft daran gehindert, die Lunge zu verlassen. Dann „hakt“ es bei den Vokalen und bei stimmhaften Konsonanten wie „b“ und „d“.

Stotternde Menschen sind sich durchaus bewusst, dass sie beim Artikulieren mancher Worte länger brauchen. Vor allem, wenn der Zuhörer schon ein gequältes Gesicht macht. Dann können sich die Stotternden jedoch derart verkrampfen, dass sie überhaupt kein Wort mehr herausbekommen, ihr Zeitgefühl verlieren und leiden unter verminderter Wahrnehmung. Also: ein bisschen in Geduld üben, dann klappt das auch mit dem Zuhören.