Rekordeinsatz treibt Jackpot über 26 Millionen Euro

Der mit mehr als 26 Millionen Euro höchste Lotto-Jackpot aller Zeiten hat neue Meilensteine gesetzt. Nach einer ersten vorläufigen Auswertung der federführenden Land Brandenburg Lotto GmbH haben die Tipper am Mittwoch die Rekordsumme von ungefähr 90 Millionen Euro eingesetzt.

Dies entspreche einer Verdopplung des Einsatzes gegenüber dem Mittwoch der Vorwoche. Damit stehen in der Gewinnklasse 1 nun knapp über 26 Millionen Euro zur Verfügung. Bislang war die Lotto GmbH von rund 25 Millionen Euro ausgegangen.

«Es ist ein richtiges Goldrausch-Feeling. Alle jagen den Jackpot», sagte ein Sprecher von Nordwest Lotto in Hamburg am Mittwoch. Angelockt durch den möglichen Rekord-Gewinn zog es die Menschen vor der Ziehung am Mittwochabend erneut scharenweise in die Lotto- Annahmestellen. Dort wurden zeitweise sogar die Spielscheine knapp. Ob der Jackpot mit den Gewinnzahlen 6 – 13 – 19 – 34 – 45 – 48, Superzahl 9, dieses Mal geknackt wurde, sollte jedoch erst am Donnerstagmorgen feststehen.

«Wir rechnen mit einem Plus bei den Spieleinsätzen von rund 50 Prozent», teilte die federführende Land Brandenburg Lotto GmbH am Mittwochnachmittag der dpa in Potsdam mit. Vor einer Woche hatten die Umsätze bei 45 Millionen Euro gelegen, im Durchschnitt sind es am Mittwoch nur 27 Millionen. Auch aus den Nachbarländern reisten die Glückssucher an. «Der Wunsch, die Millionen in der Tasche zu haben, ist eben unabhängig von der Nationalität», hieß es an der deutsch- polnischen Grenze in Frankfurt/Oder.

Das Weihnachtsgeschäft und strahlender Sonnenschein in vielen Regionen heizten den Ansturm weiter an. Die Lotto-Gesellschaften rechneten mit 11 Millionen Spielaufträgen, nach 7,5 Millionen vor einer Woche. Niemand ließ sich offenbar von der Tatsache schrecken, dass die Chancen auf den Hauptgewinn nur bei eins zu 140 Millionen lagen. Beim höchsten Jackpot aller Zeiten gaben diesmal auch viele einen Tipp ab, die sonst nicht Lotto spielen. «Der Beratungsbedarf ist sehr hoch», hieß es bei der Bremer Toto und Lotto GmbH. «Der Jackpot lockt viele Leute, die zuletzt als Kind für Opa den Schein ausgefüllt haben.»

Bis Donnerstagmorgen müssten die eingehenden Zahlen technisch geprüft werden, sagte eine Lotto-Sprecherin in Potsdam. «Sicherheit geht vor Schnelligkeit.» Viele Annahmestellen bereiteten sich schon einmal auf weiteren Ansturm am Wochenende vor. «Ruh dich aus, wer weiß, wie es am Samstag wird», rief eine Mitarbeiterin ihrer Kollegin in Münster zu. Viele rechneten damit, dass die Jagd auf den Jackpot weiter geht. Allerdings: Spätestens nach sieben Wochen oder 14 Ziehungen am 8. Januar ist Schluss: Dann wird der Jackpot, der bis dahin auf 40 Millionen Euro angewachsen sein könnte, der nächst niedrigeren Gewinnklasse zugeschlagen.

Bislang ließen sich die Tipper nicht von ihren Gewohnheiten abbringen. «Der Mittwoch erreicht trotz Jackpots nicht die Umsätze vom Samstag», sagte ein Sprecher von WestLotto in Münster. Dies sei umso überraschender, als in der Vergangenheit viele besonders prall gefüllte Jackpots bei einer Mittwochs-Ziehung geknackt worden seien. So hatten die Tipper vor der letzten Samstagziehung bundesweit rund 112,3 Millionen Euro eingesetzt.

Nach Auskunft der Lotto GmbH in Brandenburg gab es in diesem Jahr bislang 61 Lotto-Millionäre. Inklusive Spiel 77, Toto und Glücksspirale seien es sogar 94. «Im gesamten Jahr 2003 wurden allein durch Lotto 6 aus 49 exakt 72 Menschen zu Millionären», sagte eine Sprecherin. Der aktuelle Jackpot sei der siebte in diesem Jahr, der über der 10-Millionen-Euro-Grenze liegt.