Vorsicht, Schnäppchen! Italien kämpft gegen Markenfälschungen

Ob Uhren, Brillen oder Kleidung – Markenware von fliegenden Händlern sind ein beliebtes Souvenir. Dass es sich bei ihren niedrigen Preisen allerdings nicht um echte Markenware handelt, ist den meisten Urlaubern klar – und solange es möglichst echt aussieht auch egal. Ganz und gar nicht egal ist es in dieser Urlaubssaison allerdings den italienischen Behörden. Allein in Italien schätzt die Finanzpolizei den jährlichen Umsatz durch Fälschungen auf vier bis sechs Milliarden Euro. Diesem volkswirtschaftlichen Schaden will man jetzt mithilfe hoher Geldstrafen Einhalt gebieten. Dabei werden die Urlauber kräftig zur Kasse gebeten – ein entsprechendes Gesetz gegen Markenpiraterie hat die italienische Regierung im vergangenen Monat beschlossen.

Für ein Schnäppchen hielt beispielsweise eine 60-jährige Dänin eine gefälschte Sonnenbrille, die sie von einem fliegenden Händler im italienischen Ventimiglia gekauft hatte. Da sie jedoch von der Polizei erwischt wurde, darf sie nun 10.000 Euro Strafe zahlen. Auch italienische Touristen und die Händler selbst dürfen eine entsprechende Strafe abdrücken – die Polizei hat ab sofort null Toleranz gegenüber Markenpiraten und deren Kunden. Doch auch die italienischen Behörden haben ein Herz – sollte die dänische Dame die Strafe innerhalb von zwei Monaten bezahlen, verringert sich die Summe um rund zwei Drittel auf 3.333 Euro.

Dabei sind gefälschte Markenartikel kein italienisches Phänomen – in der gesamten EU wird die Zahl der jährlich vertriebenen Produktfälschungen auf 400 Millionen geschätzt. Auch in Deutschland beträgt der vermutliche Schaden durch Produktpiraterie 25 Milliarden Euro, weltweit sollen die sich im Umlauf befindlichen Fälschungen einen Wert von 200 Milliarden Euro haben. Allerdings machen die Fälscher längst nicht vor Brillen, Kleidungsstücken oder DVDs halt – EU-Zollfahnder ließen sogar schon eine gefälschte Tankstelle auffliegen.