18-jähriger Schüler als jüngster US-Bürgermeister vereidigt

Während hierzulande viele 18-Jährige „nur“ die Schulbank drücken, hat der Amerikaner Michael Sessions bereits den ersten (politischen) Karrieresprung hinter sich. Denn am Montag wurde der 18 Jahre alte Schüler als neuer Bürgermeister des kleinen Städtchens Hillsdale (im US-Bundesstaat Michigan) vereidigt und ist damit der jüngste Gemeindevorsteher in den USA. Kein Wunder also, dass angesichts dieser Sensation der Rathaussaal bei der Vereidigungszeremonie gerammelt voll war. Immerhin, das Ergebnis der zwei Wochen zuvor stattfindenden Bürgermeisterwahl war knapp – nur zwei Stimmen trennten den Schüler von seinem schärfsten Konkurrenten Doug Ingles. Der 51-Jährige hatte bis dato das Amt des höchsten Würdeträgers der Stadt inne.

„Ich werde für mehr Jobs kämpfen“, versprach der Jungpolitiker in seiner Antrittsrede. Das kleine Städtchen Hillsdale hat nämlich seit Jahren das große Problem, dass immer mehr Arbeitsplätze in die nahe gelegene Großstadt Detroit abwandern. Sessions selbst finanzierte sich seinen Wahlkampf durch einen Ferienjob, insgesamt investierte er aber nur 700 Dollar und errang damit 670 Stimmen. „Ich glaube nicht, dass sein Alter ein Thema war“, meinte der Feuerwehr-Kommandant Kevin Pauken. „Die Leute waren von seinem Enthusiasmus beeindruckt.“ Denn um möglichst kostengünstig maximalen Erfolg zu erzielen ging Sessions persönlich von Tür zu Tür um für Stimmen zu werben.

„Der hat Wahlkampf betrieben, als wolle er Präsident werden“, meinte einer seiner Lehrer. Und wer weiß, vielleicht spart Sessions sein Bürgermeistergehalt für die nächste Präsidentschaftswahl – reichen dürfte das allerdings nicht, immerhin erhält er von der Stadt nur 3000 US-Dollar im Jahr. Der US-Verband der Bürgermeister wollte es übrigens genau wissen und ließ die Archive durchforsten – tatsächlich ist Sessions nicht nur der jüngste amtierende Bürgermeister der USA sondern sogar der jüngste der gesamten amerikanischen Geschichte. So richtig feiern konnte er es trotzdem nicht – denn Champagner und Co. dürfen in den USA bekannterweise erst mit 21 getrunken werden.