Studie: Briten können nicht mehr ohne Handy

Wie abhängig wir mittlerweile von unseren Mobiltelefonen sind bewies diese Tage eine britische Studie. Ohne den ständigen Begleiter fühlt sich demnach jeder vierte Befragte isoliert, jeder zehnte gab sogar an, ohne sein Handy den Anschluss zu seinem gewohnten Leben zu verlieren. Erschreckend: Für mehr als 90 Prozent gehört das Handy zu einem normalen Tag dazu. Und ein Viertel der Handybesitzer fühle sich gänzlich verloren, sollte das Gerät einmal abhanden kommen. Jedem Zehnten ist das schon einmal passiert – sie wurden Opfer eines Handydiebstahls. Macht aber nichts, denn rund 14 Prozent besitzen ohnedies mehr als ein Gerät.

„Sinn für Gemeinschaft erneuert“

Mobiltelefone hätten „unseren Sinn für Gemeinschaft erneuert“, so die Sozialanthropologin Kate Fox, die zusammen mit ihrem Team rund 16.500 Briten zwischen 18 und 40 Jahren befragte. Die Studie, deren Ergebnisse unter dem Titel „The Mobile Life Report 2006“ erschien, wurde vom Gerätevertreiber „The Carphone Warehouse“ bei der „London School of Economics“ in Auftrag gegeben. Demnach sei das Handy bereits wichtiger als das Fernsehen und werde in Zukunft wohl stärker als Werbeträger genutzt. Interessanterweise wird aber häufiger „gesimst“ als telefoniert – 2,8 Telefonate werden täglich geführt, während 3,6 SMS am Tag getippt werden. Bei den unter 24-Jährigen sind es durchschnittlich sogar fast sechs Kurznachrichten.

Das Handy und die Liebe

Regelrecht revolutioniert habe das Handy den Forschern zufolge das Liebesleben der jüngeren Generation. Fast sechzig Prozent der Befragten hat sich schon mal per SMS zu einem Rendezvous verabredet, mit einem Fünftel der Befragten wurde über die kurzen Textnachrichten schon einmal Schluss gemacht. Für mehr als vierzig Prozent ist diese Methode des Schlussmachens aber durchaus legitim. Bei 75 Prozent der Befragten kann das Handy beim Liebesspiel schon mal klingeln – denn nur 14 Prozent schalten das Gerät davor aus und weitere 11 Prozent schalten es immerhin auf lautlos. Selbst bei Konzerten, Meetings oder in Restaurants wird das Mobiltelefon öfter abgestellt.

Geheime Beziehungen

Aber auch die Anbahnung einer Beziehung kann das Handy verhindern – mehr als die Hälfte der unter 25-jährigen Frauen täuschte schon ein Gespräch vor, um nicht von Männern angesprochen zu werden. Ein Viertel der jungen Männer hingegen benutzt das Handy gerne, um Beziehungen zu pflegen, von denen Familie, Freunde oder sogar der eigene Partner nichts wissen. Ebenfalls ein Viertel der jugendlichen Befragten halten aber eine Flirt-SMS ohnehin nicht für einen Treuebruch.