Schlankheitswahn: Zweites Model totgehungert

20 Jahre alt und nur ein Ziel vor Augen: Auf dem Laufsteg zu landen und das Gefühl zu haben, schön zu sein. Der Schlankheitswahn in der Modewelt hat in nur einer Woche ein zweites Todesopfer gefordert: Die 20-jährige Modestudentin starb wegen starken Untergewicht in einem Krankenhaus bei São Paulo, Brasilien.

Die Brasilianerin hungerte seit fünf Monaten, ernährte sich nur von Äpfeln und Tomaten, um ihrem vermeindlichen Ziel näher zu kommen. Die 20-Jährige musste ihr Studium in São Paulo unterbrechen und suchte Hilfe bei ihren Eltern. Nach drei Tagen setzte ihr Herz aus und das Mädchen starb.

Zweites Todesopfer in einer Woche
Der tragische Tod des brasilianischen Topmodels Ana Carolina Reston schockiert die ganze Welt aufs Neue. Bei einer Körpergröße von 1,74 Metern wog die 20-Jährige lediglich 45 Kilo und war der Ansicht: „Ich bin zu dick, fühle mich hässlich.“ Ihr Vorhaben, sich auf 40 Kilo runter zu hungern, schaffte die Brasilianerin Ana Carolina Reston nicht und verstarb an einer Infektion.

Die Modewelt reagiert auf Schlankheitswahn
Kurz vor dem Tod von Ana Carolina Reston distanzierte sich Modemacher Giorgio Armani öffentlich von dem weltweiten Schlankheitswahn. Auf Modeshows wie „Pasarela Cibeles“ oder bei der Modewoche „Fashion Rio“ gibt es sogar ein Laufstegverbot für zu dünne Models. „Wir beschäftigen keine Mädchen mehr, die zu wenig wiegen. Anorexie und Bulimie sind emotionale Probleme – dagegen müssen wir ankämpfen“, erklärte die Direktorin der Modenschau, Eloysa Simão. „Extreme Schlankheit ist aus der Mode – niemand will mehr Models, die krank aussehen“, äußerte die brasilianische Designerin Lenny Niemeyer. „Es ist ein Unglück, dass für viele junge Mädchen das Schlankheitsideal wichtiger ist als ihre Gesundheit. Ein gefährlicher Irrtum,“ sagte Supermodel Gisele Bündchen in einem Interview mit der Zeitung brasilianischen Zeitung „Folha de São Paulo“.