Protest in Bolivien: Prostituierte nähen sich Mund zu

30 Bordelle und 20 einschlägige Kneipen, in denen Prostituierte ihr Geld verdienten, ließ die Stadtverwaltung der bolivianischen Stadt El Alto schließen. Die Frauen fürchten nun um ihre Existenz und protestieren heftig. Drei Frauen ließen sich ihre Münder zunähen, um auf sich aufmerksam zu machen. Weitere Frauen drohen, sich lebendig begraben zu lassen.

Insgesamt nehmen 500 bolivianische Prostituierte am Hungerstreik teil, um die Stadtverwaltung und den Bürgern von El Alto zu zeigen, wie ernst es ihnen ist. Doch die Stadtverwaltung wird von den Bürgern stark unter Druck gesetzt und lehnt die Prostitution ab. Die Anwohner El Altos haben in der „Straße der Sünde“ mehrere Kneipen geplündert und in Brand gesetzt. Die protestierenden Bürger meinen, die Prostituierten hätten schlechten Einfluss auf junge Männer und würden Kriminalität anlocken. Zudem würden Familien zerstört, da ein Großteil der Kunden Familienvater seien.

Die Prostituierten hingegen sehen keinen anderen Ausweg. „Die Leute müssen einfach verstehen, dass wir arbeiten müssen. Die Polizei hat uns vertrieben, als unsere Kolleginnen Freier auf der Straße ansprachen“, klagte Sprecherin der Prostituierten, Córtez. Eine andere Prostituierte argumentiert: „Ich bin Hure, weil ich will, dass meine Kinder studieren können.“