Fernsehen gegen schlechte Laune

Wer unzufrieden ist, schaut bis zu 30 Prozent mehr Fernsehen. Zu diesem Ergebnis kamen zwei Sozialogen von der Universität Maryland in den USA. Ein glücklicher Amerikaner hingegen beschäftigt sich eher mit Lesen, Freunden, Familie oder geht auch häufiger in die Kirche.

„Die Kiste“ sei so anspruchslos, dass auch „Menschen mit weniger Sozialkompetenz“ sich ihr zuwenden können. Dauerhafte Unzufriedenheit mache soziale Kontakte schwer oder unmöglich, äußerte einer der Wissenschaftler. Dennoch könne sogar der unglücklichste Amerikaner problemlos zur Fernbedienung greifen und sich vom Fernsehen erfolgreich unterhalten lassen.

Die Studie liefert auch Ergebnisse über das Verhalten in Ehen. Wer in einer Beziehung nicht glücklich ist, wendet sich ebenfalls häufiger dem Fernseher zu. Glückliche Paare beschäftigen sich hingegen um circa 30 Prozent mehr mit Sex, Zeitung lesen oder zur Kirche zu gehen.

Die Soziologen John P. Robinson und Steven Martin untersuchten jahrzehntelange Tagebucheintragungen von etwa 45.000 Amerikanern. Das Ergebnis erschien in der Dezember-Ausgabe des Journals „Social Indicators Research“.