Diese Mobility Trends musst du kennen: Von Car-Sharing bis zu E-Scootern

Diese Mobility Trends musst du kennen: Von Car-Sharing bis zu E-Scootern

Autofahren ist teuer, stressig und umweltschädlich. Fliegen ist hip und erschwinglich, jedoch der Klimakiller schlechthin. Und die öffentlichen Verkehrsmittel wie Bus und Bahn genießen in Deutschland einen schlechten Ruf. Seit wenigen Jahren und insbesondere in den letzten Monaten sprießen daher die alternativen Mobility Trends aus dem Boden: Fernbusse, Car-Sharing, Roller-Sharing, E-Roller, E-Tretroller und zahlreiche Fahrtvermittler von FreeNow bis Sixt und Uber. Wir stellen die neuesten und wichtigsten Mobility Trends vor!

E-Scooter als neuester Trend
Der neueste Trend in vielen Großstädten sind die elektrischen Tretroller, auch bekannt als E-Scooter oder E-Roller. Ursprung dieses Trends sind Mega-Städte wie San Francisco oder Tel Aviv, wo bereits seit Jahren diese E-Roller weitgehend unreguliert herumfahren. Lange liebäugelte Deutschland mit chinesischen Händler im Internet, die solche E-Scooter wie den Xiaomi M365 oft schon für nur rund 350 Euro frei Haus liefern. Doch fahren darf man diese in Deutschland nicht. Denn hierzulande mussten die E-Scooter erst ein Zulassungsverfahren durchlaufen. Mit Sondergenehmigungen haben sich unter anderem die Firmen Tier, Voi, Circ und Lime die nötige Erlaubnis verschafft und hunderte E-Scooter zum Verleih angeboten. Dabei sind die Preise relativ hoch: Zwischen 19 und 25 Cent die Minute, oft oben drauf noch eine Mietstartgebühr von einem Euro.

Autos spontan leihen mit Car-Sharing
Das liebste Gefährt des Deutschen ist das Auto. Doch ist „Made in Germany“ spätestens seit dem Dieselskandal stark in Verruf geraten und viele Millennials fragen sich: „Brauche ich wirklich ein eigenes Auto?“ Denn die Unterhaltskosten von Autos sind horrend hoch: Neben steigenden Benzinpreisen fallen auch hohe Versicherungskosten und Steuern an. Viele vergessen darüber hinaus den hohen Wertverlust und die Wartungskosten. Irgendwann sind die Bremsen fällig oder ein Austausch der Kupplung kostet schnell mal einen vierstelligen Euro-Betrag. Für einen weitverbreiteten VW Golf hat der ADAC im März 2016 errechnet, dass dieser bei 15.000 Kilometern Laufleistung pro Jahr den Besitzer 590 Euro pro Monat kostet. Rechenexperten sind der pauschalen Meinung, dass sich Car-Sharing bis 10.000 Kilometer Fahrleistung pro Jahr lohnt.

Immer beliebter und verfügbarer wurden Mietautos, die jedoch im Voraus geplant gebucht werden sollten und auch dann direkt für mindestens einen ganzen Tag. Abhilfe schaffen Car-Sharing Dienste, hier ist alles inklusive: Steuern, Versicherung, Benzin etc. Die bekanntesten darunter sind DriveNow und Car2go, die sich zu SHARE NOW zusammengeschlossen haben. Hier kostet die Fahrtminute zwischen 26 Cent und 33 Cent (Stand: November 2018). Andere wie Flinkster rechnen pro Stunde und Kilometer ab, bei einigen wird darüber hinaus ein Grundpreis fällig. Der Mietwagenverleiher Sixt ist mit SixtShare kürzlich gestartet und unterbietet die Konkurrenz kurzzeitig mit 9 Cent pro Fahrtminute.

Zweirad: Mit Motor- oder Muskelkraft
Zweiräder wie etwa einen Roller oder ein Fahrrad zu leihen, dürfte zu den günstigsten Optionen zählen. Dabei gibt es je nach Stadt unterschiedliche Anbieter. Zu den bekanntesten und größten Anbietern zählen etwa „Call a Bike“, die eine jährliche Nutzungsgebühr von 3 Euro verlangen und darüber hinaus pro Tag 15 Euro. Nextbike hingegen verlangt 9 Euro pro Tag, außer in Berlin. Dort kostet der Tag 15 Euro. In München ist das MVG Rad weit verbreitet und kostet 12 Euro pro Tag; der Norden in Hamburg ruft mit dem StadtRAD den gleichen Preis auf.

Wem radeln zu langsam ist, sollte auf ein motorisiertes Zweirad steigen. Der bekannteste Anbieter dürfte derzeit Emmy sein, der in fünf deutschen Großstädten verfügbar ist. Dazu gehören Hamburg, Berlin, München, Stuttgart und Düsseldorf. Abgesehen von den 10 Euro Registrierungsgebühr, die 50 Freiminuten enthalten, kostet jede Minute 19 Cent, die Parkminute kostet 13 Cent. Nach 153 Minuten greift der Maximalbetrag von 29 Euro am Tag. Mit Emmy will der Anbieter Coup konkurrieren; hier kosten die ersten 10 Minuten knapp über 2 Euro und jede weitere Minuten 21 Cent.

Fahren lassen: Taxi und Uber
Wer nicht selbst am Steuer sitzen möchte und sich auch nicht sportlich betätigen mag, kann auf einen der zahlreichen individuellen Fahrdienste zurückgreifen. Ein klassisches gelbes Taxi dürfte jedem bekannt sein. Diese stehen in der Regel am Taxistand oder Bahnhöfen, können aber auch klassisch angerufen werden. Für mehr Dynamik und Schnelligkeit sorgten Apps wie myTaxi (mittlerweile FreeNow), CleverShuttle und Uber.

Die Taxikosten unterscheiden sich von Stadt zu Stadt. So fasst jede Stadt einen anderen Grundpreis. Der Kilometer kostet darüber hinaus etwa in Düsseldorf 2,20 Cent, in Berlin 2 Cent bei unter 7 Kilometern, in Hamburg je nach Tag, Uhrzeit und Entfernung zwischen 1,5 Cent und 2,55 Cent und in München je nach Gesamtentfernung zwischen 1,7 Cent und 2 Cent.

Bei innovativen Fahrdiensten wie Uber oder CleverShuttle variieren die Preise. Bei CleverShuttle ist der Preis abhängig davon in welcher Stadt man gefahren werden möchte und wie viele Sitzpläte gebucht werden.

Letztlich muss individuell verglichen werden, wie oft und wie weit die Strecken sind, die zurückgelegt werden. Oft und gerade im Sommer reicht das eigene Fahrrad aus, um schnell zum Park oder Supermarkt zu fahren.