Kreuzfahrten immer beliebter und die Umweltbelastung höher

Kreuzfahrten immer beliebter und die Umweltbelastung höher

Kreuzfahrten werden immer beliebter: Alleine die Anzahl deutscher Passagiere belief sich im Jahr 2018 auf rund 2,23 Millionen Passagiere. Weltweit werden im Jahr 2019 30 Millionen Passagiere auf Kreuzfahrten erwartet, das sind rund 1,8 Millionen mehr Passagiere als im Vorjahr. Im 10-Jahresvergleich haben Kreuzfahrtreisen damit um rund 40 Prozent an Beliebtheit gewonnen. Doch die Klimabelastung durch Kreuzfahrten wächst weiter an. Diesen Monat hat sich NABU, der Naturschutzbund Deutschland e.V., die einzelnen Kreuzfahrtschiffe genau angeschaut und das NABU-Kreuzfahrtrankings 2019 erstellt. Am besten schneidet dabei noch die AIDA Nova ab.

Kreuzfahrtreisen versprechen, quasi die ganze Welt in wenigen Wochen gesehen zu haben. Dazu locken die Anbieter mit immer mehr Komfort wie großen Zimmern, Pools als auch einem umfangreichen Entertainment-Angebot: So gibt es WLAN-Verbindung um etwa NetBet Casino online zu spielen oder direkt am Pokertisch auf dem Kreuzfahrtschiff, denn kleine Casinos gibt es auf den Riesenschiffen schon längst an Bord. Der persönlich monetäre Preis ist dafür gering, für einen kleinen vierstelligen Betrag kann der Reiselustige bereits auf Kreuzfahrt gehen. Doch der Preis für die Umwelt ist hoch: Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren weiterhin mit Schweröl und haben kaum Abgastechnik, um die Luftverschmutzung zu verringern.

Das Umwelt-Ranking der Kreuzfahrtschiffe
In der NABU Untersuchung findet sich auf Platz 1 die AIDAnova von AIDA, gefolgt von Costa Crociere, das mit ebenfalls flüssiggasbetriebenen Kreuzfahrtschiff „Costa Smeralda“ betrieben wird. Beide sind im Hinblick auf die Luftverschmutzung gut bewertet, jedoch im Hinblick auf das Klima erhalten beide jedoch vier rote und damit negative Punkte. Auf Platz 3 bewertet der Naturschutzbund drei Kreuzfahrtschiffe der Reederei Hapag-Lloyd. Den dritten Platz teilen sich die Schiffe „Europa 2“, „Hanseatic Nature“ und „Hanseatic Inspiration“. Die letzten Plätze im Kreuzfahrt-Ranking erhalten MSC und Royal Caribbean.


Bedenken bei Luftverschmutzung und Co2-Ausstoß
Wenige Kreuzfahrtschiffe versuchen ihr schlechtes Umweltimage mit alternativen Antrieben wie Flüssiggas (LNG) sauberer zu bekommen, doch zur Gewinnung dieses auch fossilen Treibstoffes braucht es massive Eingriffe in die Umwelt, lässt NABU bedenken. Die Organisation fordert alternative, weniger umweltschädliche Alternativen und zudem weitere Regulierungen wie etwa die Landstrompflicht. Denn LNG bringe kaum nennenswerten Vorteil gegenüber von Diesel. Das Ziel muss sein, neben der Verringerung der Luftverschmutzung auch den Co2 Ausstoß massiv zu senken.

Zudem verbauen die meisten Betreiber kaum Abgastechnologie, was den NABU empört: „Es ist höchste Zeit, dass saubere Abgastechnik auf allen Schiffen verbaut wird und zur gesetzlichen Vorschrift für das Einlaufen in Häfen zu machen.“ Denn im Durchschnitt stehen die Kreuzfahrtschiffe 40 Prozent der Zeit an Häfen, damit die Passagiere an Land gehen können und sich die neuen Orte anschauen können. Dabei laufen die Maschinen mit Diesel weiter, um Strom für Gastronomie, Licht, Heizung, Unterhaltungsangebote und weiteres am Laufen zu halten. Dabei verbrauchen die Riesenschiffe die „Energie einer Kleinstadt“, so Tourismusexperte Frank Herrmann in seinem lesenswerten Buch FAIRreisen. Ein Weg das zu beheben zu können wäre Landstrom. So bietet das Hafen in Hamburg etwa diese Möglichkeit. Das hilft jedoch auch nur, wenn der Landstrom aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird und nicht etwa aus anderem problembehafteten Quellen wie etwa Atomstrom.

Eine Übersicht der Schiffe für den europäischen Markt hat NABU hier veröffentlicht.