Terror im Netz: Hacker-Verbund legte fast das Internet lahm

Der Terrorismus hat heutzutage viele Gesichter, und vor allem durch die Vernetzung der Welt durch das Internet ist ein ganz neuer Kriegsschauplatz entstanden, und schon seit es das Internet gibt, kämpfen im World Wide Web die sogenannten Hacker einen virtuellen Kampf gegen die Ordnung im System und versuchen, durch Schlupflöcher geheime Daten und Informationen zu erhalten, oder einfach nur Chaos zu stiften. Ihre Waffen sind Viren und Würmer, ihre Ziele sind unterschiedlich. Mit einer sogenannten „DDoS-Attacke“ haben nun Hacker versucht, den wohl grösstmöglichen Schaden anzurichten, den man sich auf die Funktionalität des Internets bezogen vorstellen kann: Das Lahmlegen des DNS, dem Domain Name System.

Dieses System wird dezentralisiert von 13 sogenannten Root-Servern betrieben und steuert und verwaltet die weltweit abrufbaren Homepages. Sie verbinden die Adressen, die man in den Browser eingibt mit den IPs der individuellen Homepages und ermöglichen somit das Abrufen der Seiten über die Namen-Kennung. Seit 1999 wurden Angriffe auf einzelne Server, aber auch auf dieses für das Netz überlebenswichtige System bekannt. Bei „DDos-Attacken“ (Distributed Denial-of-Service) findet eine Art Überfütterung der Server mit Daten statt. Während sich ein sogenannter „UDP Packet Storm“ noch relativ leicht inszenieren lässt, indem man mit einer Flut reel existierender Daten ein System überlastet (etwa das „Mail Bombing“), benötigt man für Attacken wie das TCP SYN- oder Ping-Flooding die Kenntnisse eines Hackers. Hierbei werden gefälschte Homepage-Aufrufe inszeniert, um die betroffenen Server zu blockieren und zu überfordern.

Mit diesen Methoden wurde auch der neueste Anschlag auf die 13 Root-Server des DNS verübt. Einem Verbund von Hackern gelang es, in einem grossangelegten Angriff 9 der 13 Server für etwa eine Stunde auszuschalten. „Das war die größte und komplexeste Attacke gegen das Rootserver-System, die es je gab“, berichtete ein Sicherheits-Experte der „Washington Post“. Durch gezielte Gegenmaßnahmen von E-Securitys und „Anti-Hackern“ konnten gravierendere Auswirkungen auf die Kommunikation jedoch verhindert werden. Dennoch ist die Besorgnis über das Ausmaß des Angriffs und die offensichtlichen Defizite in der Sicherheit groß. Das FBI hat derweil die Ermittlungen aufgenommen.