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Aromastoffe in Lebensmittel täuschen die Verbraucher

Von Kate Lé

Die Verbraucherzentrale testete nun bundesweit Lebensmittel auf ihre Inhaltstoffe und kommt zu einem nüchternen Ergebnis: Aromastoffe statt natürliche Inhaltsstoffe. So gibt es Instantprodukte, die mit Entenfleisch werben, ohne das auch nur ein Stück Fleisch enthalten ist. Oder Früchtetee ohne eine Frucht. Das ist Irreführung des Verbrauchers, so die Verbraucherzentrale.

Die Kennzeichnung über Inhaltsstoffe sei bei vielen Produkten mangelhaft, so die Verbraucherzentrale, die jetzt 119 Produkte auf ihren Inhalt testete. Es sei nicht klar zu erkennen, ob in den Produkten natürliche Lebensmittel oder Aromastoffe verwendet werden.

"Die Lebensmittelanbieter geizen bei ihren Produkten nach wie vor mit den wichtigen Informationen", erklärt Silke Schwartau, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Untersucht wurde auch, ob die gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnungen der Produkte klar und deutlich sind. Bei 14 Prozent der getesteten Produkte war dies nicht der Fall.  "Das Resultat unserer Erhebung ist ernüchternd" so die Ernährungsexpertin.

Aromastoffe statt natürliche Lebensmittel

Nach Meinung der Verbraucherzentrale sei für die Kunden nicht klar erkennbar, dass ein Produkt Aromastoffe, statt das natürliche Lebensmittel enthält. Beispielhaft seien Instant-Nudelprodukte die mit Entenfleisch werben, stattdessen aber Aromastoffe verwenden. Oder Früchtetees, die dank der Ersatzstoffe ohne eine einzige Frucht auskommen. Dies täuscht den Verbraucher. Hinzu kommt, dass bei 63 Prozent der Produckte wichtige Angaben auf der Vorderseite der Verpackung nicht angegeben sind. Und in 27 Prozent der Fälle war der Schriftaufzug zu klein.

Einheitliche Richtlinien für Verpackungen

Dabei ist die einheitliche Kennzeichnung von Lebensmitteln durch die Europäische Union geregelt, erklärt der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) als Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft. BLL-Geschäftsführer Marcus Girnau kommentiert: "An diesen Vorgaben und nicht an den darüber hinausgehenden Wünschen der Verbraucherzentrale haben sich die Hersteller zu orientieren"