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Argentinien im Chaos - Ausnahmezustand

Von Kate Lé

Seit 43 Monaten Rezession: Argentinien sitzt in der Krise und es herrscht ein absolutes Chaos. Nach einer heftigen Welle von Krawallen, Plünderungen und gewaltvollen Demonstrationen ist das gesamte argentinische Kabinett zurückgetreten. Es wurde Ausnahmezustand ausgerufen, welches der Regierung Sonderrechte verleiht, um gegen die Gewalt vorzugehen.

Mitten in den Krawallen sind 16 Menschen ums Leben gekommen, darunter ein 15-jähriger Junge. Der Ausnahmezustand soll zunächst für 30 Tage gültig sein. Die Regierung will Lebensmittel im Wert von 7 Millionen Dollar verteilen. 700.000 Lebensmittelpakete sollen ausgegeben werden. Damit soll das Volk wieder beruhigt werden und man hofft die Situation ausreichend in den Griff zu bekommen.

Wirtschaftsminister Domingo Cavallo wurde im März diesen Jahres von De la Rúa als Retter berufen worden, um die Situation zu retten. Doch auch er konnte die Rezession nicht stoppen. Präsident "Fernando de la Rúa" nahm nun den Rücktritt des umstrittenen Wirtschaftsministers Cavallo an. Mit der Ämter-Niederlegung durch alle Minister droht dem zweitgrößten Land Südamerikas ein Machtvakuum.

Brutaler Kampf
300-500 Festnahmen, Einsatz von Tränengas und Gummigeschosse der argentinischen Polizei, über 100 Verletzte bei Plünderungen und 16 Tote sind das erschreckende Resultat. Allein in Buenos Aires gingen über 10.000 aus Protest auf die Straße. In der zweitgrößten Stadt Córdoba riefen drei große Gewerkschaften zu einem breit angelegten Streik auf.

Argentinien befindet sich seit 43 Monaten in einer schweren Rezession und steht kurz vor dem Staatsbankrott. Die heftigen und brutalen Proteste der Bevölkerung richten sich gegen die rigide Sparpolitik der Regierung.