Rauchverbot in Europa – Wo darf man sich den Glimmstängel noch anzünden?

Rauchverbot in Europa – Wo darf man sich den Glimmstängel noch anzünden?

Was man sich in Deutschland inzwischen gar nicht mehr anders vorstellen kann, war noch nicht immer so: Das Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen. Inzwischen ist es selbstverständlich, dass man sich im Restaurant oder im Büro nicht einfach die Zigarette anzünden kann. Dafür muss man nach draußen oder in die entsprechenden Raucherbereiche. Trotz dieser Regelungen stand Deutschland 2014 in Sachen Anzahl an Rauchern im Mittelfeld der europäischen Länder, anders sieht es in Schweden und Finnland aus, wo weniger als 20% Raucher verzeichnet wurden. Österreich nimmt dieses Jahr das Rauchverbot zurück. Sogar beim Nachzügler Tschechien gilt inzwischen das Rauchverbot und in Schweden ist Rauchen verpönter denn je. Gleichzeitig ist das Rauchen in 17 Ländern Europas ausnahmslos in öffentlichen Einrichtungen verboten. Wo und wie kann man in Europa inzwischen noch rauchen?

Rauchverbot mit Ausnahmen in Deutschland

Das Rauchverbot – oder eher „die Nichtraucherschutzgesetze“ – gilt in Deutschland in allen öffentlichen Einrichtungen und Verkehrsmitteln. In großen Teilen des Landes ist das Rauchen in Gaststätten zwar verboten, in entsprechenden Rauchernebenräumen jedoch erlaubt. Trotz der Einführung des Rauchverbots ist seit 1990 der Tabakkonsum in Deutschland nur geringfügig zurückgegangen. Als einziges Land der EU erlaubt Deutschland noch immer Tabakaußenwerbung auf Plakaten, lediglich in Funk und TV wird dieses verboten. Seit 2016 gibt es in Deutschland abschreckende Bilder auf den Zigarettenschachteln, die die gesundheitlichen Folgen durch das Rauchen auf Fotos darstellen. Ob dies jedoch zum Rückgang an Rauchern führt, ist umstritten.

Nichtraucher dominieren in Schweden und Finnland

Schweden und Finnland gehören zu den Ländern Europas mit dem geringsten Raucheranteil. In beiden Ländern besteht ein generelles Rauchverbot für Lokale, Restaurants, Bars und öffentliche Einrichtungen. Zwar ist das Rauchen in entsprechenden Nebenräumen erlaubt, allerdings dürfen hier weder Getränke noch Speisen konsumiert werden. In Schweden ist das Rauchen besonders verpönt, auch auf der Arbeit sind Raucherpausen untersagt. Aufgrund der strikten Regeln gewinnt daher der Kautabak „Snus“ hier besonders an Beliebtheit. Dieser wird unter die Oberlippe geschoben und stört somit keine Nichtraucher. Außerhalb von Schweden lässt sich der Kautabak nicht finden, jedoch lässt sich Snus online auch in anderen Ländern bestellen. Ohne den blauen Qualm können Raucher so trotz Rauchverbot ihre Portion Nikotin erhalten.

Raucherparadies Österreich und Tschechien

Unser Nachbar Österreich ist für einen besonders hohen Anteil an Rauchern bekannt. Während dieser im OECD-Schnitt bei etwa 18 Prozent liegt, verzeichnet Österreich weiterhin einen Anteil von hohen 24 Prozent. Seit 2009 wird das Rauchen in Gaststätten lediglich in entsprechenden Räumen erlaubt, 2018 sollte dies zum absoluten Rauchverbot übergehen, was jedoch nun zurückgenommen wurde. Weiterhin können Raucher also in den abgetrennten Bereichen qualmen, allerdings wird die Altersgrenze nun von 16 auf 18 Jahre angehoben, sowohl was den Zutritt als auch den Konsum anbelangt. Lange galt auch Tschechien als letzte Raucherinsel Europas, wo noch immer fröhlich in Gaststätten gequalmt werden durfte. Seit dem Weltnichtrauchertag im Mai 2017 gilt jedoch auch hier ein generelles Rauchverbot für Gaststätten, durch das lediglich in abgetrennten Bereichen das Rauchen erlaubt ist. Als Schlusslicht Europas hat nun also auch Tschechien ein Rauchverbot eingeführt.

Wie ein Blick in die Länder der EU erkennen lässt, sind die Gesetze bezüglich des Rauchverbots in Europa alles andere als einheitlich. Ein absolutes Rauchverbot herrscht zwar im Großteil der Länder, andere Länder, darunter Deutschland und Österreich, erlauben das Rauchen in öffentlichen Einrichtungen noch immer mit gewissen Voraussetzungen und Beschränkungen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Welt der Raucher in der Zukunft weiterentwickeln wird.

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