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Diese Schönheitsoperationen werden immer beliebter

Von Kate Lé

Was in anderen Ländern bereits normal ist, wird auch in unseren Breiten immer beliebter: Schönheitsoperationen. Weltweit werden jedes Jahr etwa 23,5 Millionen Eingriffe durchgeführt. Spitzenreiter sind die USA mit etwa 4,2 Millionen und Brasilien mit etwa 2,5 Millionen Operationen jährlich. In Europa wird die Statistik von Italien mit 4,8% aller Eingriffe angeführt. Auch in Deutschland werden Brustvergrößerung, Fettabsaugung und Co immer beliebter. Bereits 3% aller Operationen entfallen auf unser Heimatland, was uns einen Platz in den internationalen Top Ten sichert.

Beliebte Eingriffe
Die beliebteste Schönheitsoperation bei uns ist die Augenlidstraffung mit 11,2% im Jahre 2018. Diese wird gefolgt von der Fettabsaugung mit 8,6% und der Brustvergrößerung mit 8,4%. Diese drei Eingriffe sind gleichzeitig die populärsten Schönheitskorrekturen weltweit. Frauen machen mit etwa 86% den Großteil der Patienten in der plastischen Chirurgie aus. Doch auch der Anteil der deutschen Männer steigt stetig. Bei ihnen ist die Nasenkorrektur die beliebteste Schönheitsoperation.

Einen wahren Aufwärtstrend erlebte in den letzten Jahren die Schamlippenkorrektur mit einem Anstieg von etwa 45%. Außerdem wünschen sich zunehmend junge Mütter ihre Figur, die sie noch vor Schwangerschaft und Geburt hatten, zurück. Die unbeliebteste Operation ist übrigens die Penisvergrößerung, welche in Italien am häufigsten durchgeführt wird. Dieser Eingriff birgt große Risiken, denen sich viele nicht aussetzen wollen.

Internationaler Vergleich
Zwischen den Ländern gibt es Unterschiede: Während beispielsweise in den USA Brustvergrößerungen der Renner sind, wird in Brasilien vor allem am Po herum gebastelt. Hierbei muss man kulturelle Unterschiede beachten. In Brasilien ist der Po das wichtigste Körperteil, die Brüste sind zweitrangig. Das zeigen unter anderem Wettbewerbe wie der alljährliche Miss Bumbum Contest, bei dem die schönsten Kehrseiten des Landes gesucht werden.



Brasilien ist auch das Land mit den jüngsten Patienten: Jede dritte Frau, die sich einer Brustvergrößerung unterzieht, ist minderjährig. In Deutschland gibt es für jugendliche Patienten strenge Regelungen. Es werden vor einem etwaigen Eingriff ausführliche Gespräche geführt, Nutzen und Risiken abgewägt und nicht wenige plastische Chirurgen lehnen medizinisch nicht notwendige Operationen speziell bei Minderjährigen ab.

Gründe für die steigende Nachfrage
Spätestens seit dem Zeitalter des Internets, das in jedem Privathaushalt Einzug gehalten hat, kommen die Menschen mit vermeintlichen Schönheitsidealen in Berührung. In Deutschland bedeutet Schönheit bei Frauen, schlank und mit einer großen Brust sowie langen Beinen gesegnet zu sein. Wenig verwunderlich also, dass sich gerade junge Mädchen eine üppigere Oberweite wünschen.

Zahlreiche Prominente machen es vor und ganz normale Frauen eifern dem nach. Wenn plastische Operationen auch bei einigen Stars und Sternchen schief gehen und sie hinterher gar nicht mehr gut aussehen, sehen beeinflussbare Menschen nur die positiven Seiten. Der Druck wird vor allem auf Jugendliche immer größer, die täglich auf Plattformen wie Facebook oder Instagram mit dem Thema Schönheit konfrontiert werden.

Verantwortungsvoller Umgang
Die plastische Chirurgie kann ein Fluch oder Segen sein. Sie hat durchaus ihre Daseinsberechtigung, insbesondere bei medizinischer Indikation. Solche Eingriffe werden in aller Regel von den Kassen getragen oder zumindest teilfinanziert. Ein Beispiel dafür ist die Brustverkleinerung bei chronischen Rückenschmerzen. Auch Operationen nach Unfällen oder Gewalttaten mit darauffolgender Entstellung (vor allem durch Feuer oder Säure) sind wichtig für das Wohlbefinden der Betroffenen. Ebenso können größere angeborene Makel wie stark abstehende Ohren, keine sichtbare Brust bei Frauen oder extrem schiefe Nasen korrigiert werden.

Ob ein Eingriff sinnvoll ist oder nicht, muss jeder plastische Chirurg für sich klären. Jeder Fall ist individuell und sollte im Vorfeld sowohl medizinisch als auch psychologisch abgeklärt werden.