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Verdrängung bei den Streamingdiensten: Disney hat bei Hulu das Sagen

Von Kate Lé

Netflix und Amazon waren bei den Streamingdiensten bislang die Platzhirsche und haben den wachsenden Streamingmarkt unter sich aufgeteilt. Teilweise sind sogar Dienste wie Maxdome weitgehend verdrängt worden. Nun kommt noch mehr Bewegung in den Streamingmarkt: Die ProSiebenSat.1-Gruppe hat ihr 7TV-Angebot in die neue Brand Joyn mit Discovery migriert. Und Disney hat nun das operative Sagen und Führung bei Hulu, nachdem es bereits eine Mehrheitsbeteiligung an Hulu hatte. Wie geht es weiter im Streamingmarkt?

TV ist out, Streaming ist in. Mit dem Wachstum von Smart-TV-Geräten verliert in Deutschland das lineare Fernsehen immer mehr an Bedeutung. So wurden in Deutschland im Jahr 2017 rund 5 Millionen Smart-TV-Geräte verkauft. Einer Umfrage von TNS zufolge sind mehr als 30 Prozent deutscher Haushalte bereits mit ihrem Smart TV im Internet. Damit ist es sehr wahrscheinlich, dass neben dem Fernsehen bei Chips und Snacks oder während man mit Freunden die besten Roulette Strategien vor der Glotze erarbeitet, immer öfter aus dem Internet gestreamt wird, anstatt statisches Fernsehen aus dem Koaxialkabel zu beziehen.

Hulu und Disney verschmelzen

Disney besitzt bereits seit dem Jahr 2018 die meisten Anteile an dem TV-Geschäft von Fox, am Dienstag verkündete Disney nun auch die operative Führung übernommen zu haben. Hulu ist bisher zwar nur in den USA aktiv, aber mit 28 Millionen Abonnenten ein echter Netflix-Killer. Denn letzten Monat hatte der Konzern angekündigt, Disney+ zu starten und möglicherweise mit Hulu und ESPN+ zu bündeln. Disney+ wird mit einem Kampfpreis von 6,99 US-Dollar im Monat starten und unterbietet damit die Angebote von Netflix. Ursprünglich startete Hulu als Streaming-Verbund der größten US-Sender.

Netflix muss sich warm anziehen

Der US-Streamingdienst Netflix hat das klassische Fernsehen und Produzenten ordentlich aufgemischt. Doch genau jene Player holen jetzt auf und versuchen den Platzhirsch zu verjagen. Schon jetzt ist klar, dass auf Netflix sehr beliebte Sendungen wie "The Big Bang Theory" oder "Friends" verlieren wird. Denn die Konkurrenz, die die Lizenzen für die Ausstrahlung einräumt, verzichtet auf die Verlängerung. Ebenfalls neue "Star Wars"-Trilogie sowie weitere Marvel- und Pixar-Filme werden auf Netflix verschwinden. Das wird für massiven Nutzerschwund sorgen, daher versucht Netflix zunehmend mit Eigenproduktionen die Nutzer zu halten und weiter zu wachsen. Dafür hat Netflix seine Schulden somit von rund 4,9 auf 8,34 Milliarden US-Dollar erhöht.


Deutsche Konkurrenz Joyn, ehemals 7TV

ProSiebenSat.1 war zu Beginn des Streamingtrends mit Maxdome ganz vorne dabei. Mit dem Wachstum der US-Konkurrenz hat der bayrische Konzern versucht seine Videoangebote in 7TV zu bündeln. Schnell wurde in München-Unterföhring erkannt, dass es Partner wie Discovery und eine neuen Namen braucht. So kommt im Juni das VoD-Angebot Joyn und wird 7TV ablösen. Dort soll neben lokalen Content auch das Angebot von über 50 Fernsehsendern gestreamt werden als auch einige Shows und selbstproduzierte Serien. Vermutlich wird hier Max Conzes Strategie des lokalen Contents weiter aufgehen. Viele Inhalte sollen bereits 30 Tage vor TV-Ausstrahlung auf Joyn abrufbar sein. Bis zum Winter sollen Eurosport und Maxdome mit in Joyn integriert werden.

Weitere Konkurrenz in den Startlöchern

Nicht weit weg von der ProSiebenSat.1 Gruppe in Unterföhring sitzt auch der Pay-TV Sender Sky, der ebenfalls Ambitionen haben dürfte am Streaming-Boom zu partizipieren. Mit Spannung und Angst werden jedoch die Angebote von Übersee beobachtet: Amazon schenkt seinen Prime-Mitgliedern den Streaming-Dienst. Zu der erdrückenden bestehenden Konkurrenz fügen sich weitere große Namen hinzu, die den Markt befeuern werden: So will Warner Media mit HBO und der mächtigen AT&T ebenfalls in den Streamingmarkt einsteigen. Auch Comcast-Tochter NBCUniversal hat angekündigt binnen eines Jahr einen eigenen Streamingdienst zu launchen und in ihr Angebot alle NBCs TV-Serien sowie die Filme der Universal Studios mit implementieren.