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Alternative Erde ab 2028? Der Mond als neuer Planet für die Menschen

Von Kate Lé

Dauerhaftes Leben auf dem Mond? Spätestens seit der ersten Mondlandung 1969, die sich zum 50. Mal jährt, fragt der Mensch sich, wie ein Leben auf dem Mond aussehen könne. Viele Visionäre und Wissenschaftler erkannten schon früh, dass früher oder später die Erde nicht mehr bewohnbar sein würde – und begannen, unter anderem auch den Mond als eine Alternative für das Leben der Menschen in Betracht zu ziehen.

Insbesondere der Klimawandel mit seinem Treibhauseffekt (obwohl von Mr. Trump erfolgreich negiert) wird – wenn sich kein wesentlicher Trend der Umkehrung einstellt – über kurz oder lang dazu führen, dass in der Erdatmosphäre Temperaturen und Bedingungen herrschen, die ein Weiterleben auf der Erde unmöglich machen. Darauf weisen zahlreiche Aktivisten, wie beispielsweise die Fridays for Future Bewegung medienwirksam hin.

Alleine für die Besiedlung des Mars wird der Mond als habitäre Zwischenstation notwendig sein. Um jedoch auf dem Mond leben zu können, sind zahlreiche Teilschritte notwendig. Ähnlich wie im Wettlauf um die erste Mondlandung existiert jetzt bereits ein Wettbewerb der Mondbesiedelung - die USA sprechen daher vom "8. Kontinent". Europa wird sich an russischen Missionen beteiligen.

Die Dringlichkeit der Rettung des Planeten Erde ist hoch, aber viele Umweltaktivisten weisen darauf hin, dass es genauso dringlich ist, über die Erde hinaus zu denken und sich nach Alternativen umzuschauen.

Wenn die Menschheit nicht in Hitzewellen, Wirbelstürmen und dem Anstieg des Meeresspiegels durch das Schmelzen der Polkappen untergehen soll, ist eine Mondkolonialisierung ein Ausweg.



Stark schwankende Temperaturen

Die Bedingungen auf der Erde werden schlechter, doch sie sind auf dem Mond nicht wesentlich besser. Die stark schwankenden Temperaturen auf der Mondoberfläche reichen von -235°C in der Nacht bis zu aberwitzigen 125°C am Tag, wie auch aus der Infografik von Betway hervor geht. Das sind nun wirklich keine Wohlfühltempertaturen des Menschen. Lediglich am Südpol des Mondes ist die Temperatur relativ konstant bei gemütlichen 0°C. Und hier finden sich auch die Eisreserven, aus denen der Wasserbedarf auf dem Mond gedeckt werden könnte.

Doch es sind nicht nur die Temperaturen, die den Bewohnern zu schaffen machen würden: Durch das Fehlen einer schützenden Atmosphäre ist die Sonneneinstrahlung gigantisch und auch das Risiko von Meteoriteneinschlägen ist hoch. Der Mensch müsste sich also schützen gegen die Kälte, Hitze, Strahlung und gegen Meteoriten – ein erheblicher Aufwand, zumal alles aus den vorhandenen Ressourcen auf dem Mond entstehen müsste.

Material von der Erde importieren nicht möglich

Ein Transport von Baumaterial von der Erde zum Mond scheidet aus Gewichtsgründen aus. Hier kommt der Regolith ins Spiel: Dieser feine Mondstaub kann durch Sinterung mittels Laser- oder Sonnenstrahlung zu einer Art Ziegel gebrannt werden, wozu Temperaturen von über 1000°C erforderlich sind. Das Material ist dem vulkanischen Sand der Erde nicht unähnlich und ließe sich zum Erreichten von Unterkünften und zum Strahlen- und Meteoritenschutz nutzen. Die Kolonialisten werden unter der Mondoberfläche leben, um sich vor kosmischer Strahlung, Makro - und Mikrometeoriten sowie Temperaturschwankungen zu schützen.

Es ist fast unmöglich, Nahrung auf dem Mond wachsen zu lassen – es fehlen Atmosphäre und Substrat. Allerdings gibt es mehrere wissenschaftliche Konzepte, die eine landwirtschaftliche Produktion auf dem Mond ermöglichen könnten. Hierzu müssten jedoch unterirdische Hydrokulturen angelegt werden – auch hierfür ist eine aufwendige Infrastruktur notwendig. Es könnten dann die Exkremente der Mondbewohner und das von ihnen freigesetzte Kohlendioxid als Substrate genutzt werden.

Gesundheitsvorkehrungen auf dem Mond notwendig

So praktisch der Mondstaub als Baumaterial wäre: Er könnte genauso wie die Strahlung zur körperlichen Bedrohung für die Bewohner werden. Während die Apollo-Astronauten nur einen „Mondschnupfen“ durch den Staub bekamen, wären dauerhafte Gäste auf dem Mond einer toxischen Langzeiteinwirkung des Mondstaubes ausgesetzt, der den gesamten menschlichen Organismus zerstören könnte. Diese Langzeitauswirkungen sind allerdings bisher unerforscht.

Ein weiteres Problem wird die reduzierte Schwerkraft sein: Die Mondbewohner werden sich einem ausgiebigen Trainingsprogramm unterziehen müssen, um körperlich fit zu bleiben und um Erkrankungen wie Osteoporose vorzubeugen.

Für die Energieversorgung nach einer Mondbesiedlung wären Photovoltaikanlagen, Sonnenwärmekraftwerke oder eine nukleare Technik denkbar. Zum Herstellen von Solarzellen sind auf dem Mond Materialen vorhanden. Die Energieversorgung sollte also kein Problem darstellen.