Supertalent 2011: Talente und Versager

Wenn Dieter Bohlen nicht in der Jury von Deutschland sucht den Superstar sitzt, dann zum Winter hin stets in der Jury von Supertalent. Zwar werden dort nicht unbedingt Gesangstalente gesucht, dennoch zeigen sich immer wieder musizierende Künstler – oder welche, die es werden wollen. Am Samstag sorgten Kandidaten wieder einige Kandidaten für Aufsehen und Peinlichkeiten. So gab es Sängerinnen und Sänger, einen Mann, der Steine mit seinem Kopf zertrümmerte und eine Fackelwerfergruppe. Doch das Highlight bei Supertalent 2011 ist bis jetzt der 26-jährige Leonardo aus Ecuador mit seiner Panflöte.

Wer das Supertalent 2011 wird, erhält 100.000 Euro Siegesprämie. Das käme einem Supertalent Kandidaten besonders entgegen: Dem 26-jährigen Leonardo aus Ecuador, der am Samstag versucht hat die Jury wie auch die Zuschauer der Sendung zu überzeugen. Zwar wohnt Leonardo in Berlin, doch will er die 100.000 Euro unbedingt gewinnen, um das Geld seiner Familie nach Ecuador zu schicken. Leonardo schaffte es, beim Supertalent mit seiner Panflöte ganz große Gefühle zu wecken. Bereits seine Aufmachung war ein Versprechen an die Zuschauer: Lange schwarze Haare, weißes Hemd, folkloristischer Schmuck und dann fing an, Leonardo zu performen. Dieters Urteil: „Das ist ja Wahnsinn, welcher Sound da aus den Stöcken rauskommt.“ Leonardo ist weiter und darf auf 100.000 Euro hoffen.

Weitere interessante Kandidaten waren etwa der Mädchenschwarm Julian, der mit seinem Holzfällerhemd und Gitarre tausende Frauenherzen eroberte. Hohes Potential zeigte auch Cihan, der mit seinen nur 13 Jahren eine top Performance zu „Rolling in the deep“ von Adele lieferte. Eine absolute Ausnahme bei der gestrigen Sendung war Stefan aus Moers, der sich an einen Song von Michael Bublé wagte. Dazu gehörte viel Mut, denn Stefan leidet am Tourette-Syndrom, an unkontrollierbaren Zuckungen. Dass der Auftritt schwierig werden würde, war noch vor Stefans Performance klar. Doch das Publikum und die Jury bewunderte den Kampf von Stefan auf der Bühne und kämpften mit Tränen in den Augen.

Eher spektisch betrachteten die Zuschauer und die Jury von das Supertalent die Kandidatin Amy Gordon. Die Amerikanerin schockte erst mit einer Kazoo-Flöte unter ihrem Kleid, die in ihrer Vagina Musik erzeugte – das war sogar für RTL-Zuschauer und Dieter Bohlen deutlich zu krass. Doch sie bekam eine zweite Chance und prsäentierte eine billige Comedy-Show. In ihrem Auftritt fuhr sie Rollschuh, versuchte zu singen und Ukulele zu spielen.

Deutlich peinlicher war jedoch der 60 Jahre alte Wolfgang, der mit seinem Schnurrbart und zauseliger Frisur bereits für ein Vorurteil bei den Zuschauern sorgte. RTL kündigte den Kandidaten als „jungfräulichen Tanz-Professor“ an. Alle Erwartungen hatten sich bestätigt: Eine komische Tanznummer zum Techno-Hit „Nein, Mann!“ – peinlich. Während Wolfgang versuchte zu tanzen, probierten sich andere als Sänger. So etwa ein Physiotherapeut der den Song „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ beschmutzte oder etwa ein Eisverkäufer namens Michael Spicy, der versuchte „You raise me up“ von Westlife zu singen. Doch nicht nur sein Englisch war grauenhaft, auch seine Gesangsqualitäten.

Ein bisheriger Supertalent Kandidat, Michael Hirte, eroberte mit seiner Mundharmonika die Herzen der Zuschauer im Sturm und hat bislang von allen Staffeln den höchsten Stimmenanteil der Zuschauer (knapp 73 Prozent). Letztes Jahr wurde Freddy Sahin-Scholl das Supertalent 2010.

Die nächste Folge von Supertalent wird am Samstag, den 22. Oktober 2011 ab 20.15 Uhr auf RTL ausgestrahlt.