Auch Männer von Kaufsucht betroffen

Bisherige Studien in Deutschland gingen davon aus, dass besonders Frauen anfällig für Kaufsucht sind. Doch auch Männer können kaufsüchtig sein, geht aus einer wissenschaftlichen Untersuchung hervor. Demnach ist Kaufsucht nicht nur ein weibliches Problem. Die Forscher konnten zudem nachweisen, dass es sich bei Kaufsucht um eine ähnliches Suchtverhalten wie beim Alkohol handelt.

Die Arbeitsgruppe von Peter Kenning von der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen untersuchte das Suchtverhalten von Frauen und Männern und konnte feststellen, dass Männer ebenso von Kaufsucht betroffen sein können. Anhand von Hirnuntersuchungen kontnen die Wissenschaftler nachweisen, dass es sich bei Kaufsucht um ein ähnliches Suchtverhalten wie bei Alkohol handelt. Auch Nikotin zeigt ein ähnliches Suchtverhalten auf. „Mit unserer Studie konnten wir erstmals nachweisen, dass Kaufsucht kein reines Frauenproblem ist“, so Kenning über die Kernerkenntnis der Untersuchung. „Männer sind davon stärker betroffen als allgemein vermutet“, heißt es weiter.

Die Wissenschaftler führten die Untersuchung mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie durch.

Als Ursache der Kaufsucht wird in der Wissenschaft bisher eine Persönlichkeitsstörung zugrunde gelegt. Nach herrschender Meinung entstehe Kaufsucht durch ein vermindertes Selbstwertgefühl. Durch den Kauf von Produkten oder allgemein das Ausgeben von Geld soll negative Gefühle und Frustrationen verdrängen. Doch diese Wirkung hält kurzfristig an, die Folge sind Ängste, Schuldgefühle und Depressionen. Desweiteren treten häufig finanzielle Probleme hinzu, die die Probleme verschärfen.

In Industrienationen sind Untersuchungen zufolge ca. 1 Prozent der Bevölkerung kaufsüchtig. In Deutschland waren im Jahr 1991 5 Prozent als „stark kaufsuchtgefährdet“ eingestuft worden. In dieser Studie wurden 90 Prozent der Frauen als kaufsüchtig deklariert. Eine Studie aus dem Jahre 2006 der Universität Stanford hatte 48 Prozent Männer als kaufsüchtig eingestuft.