Billig tanken beim Discounter

Alle paar Jahre, wenn die Preise an den Tankstellen in die Höhe schießen, werden Stimmen laut um mehr Konkurrenz auf dem Tankstellenmarkt. Obwohl der Ölpreis zur Zeit bei lediglich rund 98 US-Dollar für die in Europa relevante Sorte Brent liegt, sind die Preise für Diesel auf 1,40 Euro und für Super Bleifrei auf über 1,50 geschossen. Das sind Preise aus dem Jahre 2008, wo allerdings der Ölpreis pro Barrel auch bei 150 US-Dollar lag – die Preiserhöhung zur Zeit ist also unverständlich. Das stinkt nicht nur den Autofahrern, sondern mittlerweile auch der Politik: Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) ermutigte Discounter wie Aldi und Lidl, in den Tankstellenmarkt einzusteigen, um für mehr Wettbewerb zu sorgen.

Wie die Bildzeitung berichtet, fordert Rainer Brüderle (FDP) mehr Wettbewerb bei Benzin- und Dieselpreisen. Grund sind die derzeitigen Rekordpreise für Benzin und Diesel in Deutschland: Diesel kostet vielerorts 1,40 Euro, für Benzin muss über 1,50 Euro pro Liter bezahlt werden. „Preise bilden sich am besten immer noch durch Wettbewerb. Wenn das Angebot steigt, sinkt der Preis“, ist Brüderle überzeugt. Jeder Wettbewerber sorge für mehr Konkurrenzdruck und damit günstigere Preise. Deshalb könne er Unternehmen „nur ermutigen, in den Benzinmarkt einzusteigen.“

Vorbild Österreich
Bisher kauft eine kleine Minderheit bei Aldi und Lidl Rapsöl ein, um das Pflanzenöl in ihre alten Dieselmotoren (zumeist Wirbelkammermotoren) zu kippen. Doch Diesel und Benzin im großen Stil bei Discountern einkaufen? In Österreich funktioniert das bereits: Bei der Aldi Süd-Tochter Hofer kann man zeitweise deutlich billiger tanken als bei Markentankstellen. So erlaubte eine Sonderaktion an Hofer-Zapfsäulen in Osttirol Diesel und Benzin nur 99 Cent pro Liter zu bezahlen – der Bildzeitung zufolge weniger als 20 Cent als an Markentankstellen.

Staatliche Regulierung
Der Frust über die hohen Kraftstoffpreise ist mittlerweile auch in der Politik angekommen: Der saarländische SPD-Chef Heiko Maas droht den Öl-Multis mit staatlich festgelegten Höchstpreisen für Kraftstoffe. „Sollten die Ölkonzerne weiter die Preisspirale willkürlich nach oben drehen, muss die Politik reagieren“, zitiert das Blatt.