Sympathiewerte: Deutschland lacht, Amerika verlacht

Irakkrieg, Menschrechtsverletzungen und ein Präsident, dessen Mimik vielfach mit der eines Schimpansen verglichen wird – all das reißt die USA in eine tiefe Imagekrise. So hat das amerikanische „Pew Research Center“ eine Studie mit knapp 16.800 Menschen in 16 Ländern über die Sympathiewerte diverser Nationen durchgeführt, unter anderem auch in Deutschland. Das Ergebnis: Nur 41 Prozent der Deutschen bewerteten die USA positiv – selbst China schnitt mit 46 Prozent besser ab. Lediglich muslimische Länder bewerteten die USA noch schlechter als die Deutschen.

Tendenziell erholt sich das Image der USA in Deutschland zwar – immerhin um drei Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr – es reicht aber noch lange nicht an die 78-Prozentmarke aus dem Jahr 2000 heran. Wenig überraschend auch die Begründung der Deutschen: Für 65 Prozent von ihnen ist „vor allem Bush“ das Problem. Umgekehrt brechen auch die Amerikaner nicht in Jubelschreie aus, wenn sie an Deutschland denken, dennoch gilt es bei immerhin 60 Prozent der Amerikaner als sympathisch.

Insgesamt in 13 von 16 Ländern wird Deutschland positiv gesehen. Am beliebtesten ist es übrigens bei den Franzosen – hier lagen die Positivwerte bei satten 89 Prozent für das Land der Dichter und Denker. Die Deutschen selbst sind hingegen zu 43 Prozent der Ansicht, dass ihr Land international unbeliebt sei. Zum Vergleich – die USA schnitten in nur sechs Ländern positiv ab, China sogar in elf. Zwar gelten die Amerikaner durchwegs als fleißig, ehrlich und erfindungsreich, sind aber den Umfrageergebnissen zufolge auch gewalttätig, sittenlos und habgierig. „Diese Werte sind eine Herausforderung für die ganze USA“, so Madeleine Albright, Ex-Ausenministerin der USA. Tatsächlich glauben selbst in den USA nur 26 Prozent der Befragten an ein positives Image ihres Landes in der Welt.