Deutschland: Schwere Stürme bringen Verkehr zum Erliegen

Kaum hat sich Deutschland von dem Schock und den Folgen der Flutkatastrophe erholt, zieht eine neue Naturgewalt über uns her. Orkanartige Stürme mit ungewohnt heftigen Windgeschwindigkeiten von bis zu 140-160 Km/h machen seit heute nachmittag den Aufenthalt im Freien zu einem unangenehmen und gefährlichen Unterfangen. Im ganzen Bundesgebiet, besonders aber in den Hochlagen Bayerns und Hessens sowie an der norddeutschen Küste werden die Menschen eindringlich gewarnt, wenn möglich zuhause zu bleiben oder zumindest das Autofahren sowie das Benutzen von Waldwegen unbedingt zu vermeiden.

Das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist in ganz Deutschland zum Teil stark eingeschränkt, Straßen mussten vorrübergehend gesperrt werden, zudem kam es vereinzelt zu Stromausfällen. Die deutsche Bahn meldet zahlreiche Streckensperrungen durch entwurzelte Bäume und schwere Äste, die auf den Gleisen liegen. Einige Bahnhöfe können nicht mehr angefahren werden. Das deutsche Wetteramt rechnet damit, dass die Orkanböen noch in der Nacht weiterwüten. Schuld daran ist das Orkantief „Jeanett“, das von Westen her über uns herzieht.

Besonders stark war am Nachmittag das Bundesland Nordrhein-Westfalen betroffen. Dort kam der Bahnverkehr fast vollständig zum Erliegen. Zu einem tragischen Todesfall kam es, als ein Baum auf ein parkendes Auto stürzte. Dabei kam eine Frau ums Leben, ein Mann und ein Kind wurden schwer verletzt. In Würzburg riss die Kirchturmspitze des Neumünster Doms ab und bohrte sich in das Kirchendach. Auch einige Hausdächer hielten den Winden nicht stand, einige Straßenzüge wurden stark verwüstet. Am Montag sollen die Orkanböen dann abklingen. Bis dahin ist größte Vorsicht geboten.